Glöthe l Ungläubig bleibt Silvia Klose am Wegesrand stehen. Sie geht etwas die Böschung zum See hinab, bückt sich, schiebt trockenes Laub beiseite. Ein schwarzer Kasten kommt zum Vorschein. „Heike, schau mal!“ Heike Schattschneider lässt sich nicht zwei Mal bitten. Die Frauen „wühlen“ noch ein wenig, dann halten sie einen CD-Wechsler in der Hand. „Schlimm, was manche einfach in die Natur schmeißen.“ Das offensichtlich ausgediente, etwas modrige Gerät wird auf den Weg geholt. Dort steht - wie an vielen anderen Stellen - schon ein Sack, in den der Unrat der Sammler kommen soll. Wenig später werden die Männer aus dem neuen Glöther Heimatverein ihn abholen und auch den Wechsler daneben. Doch da haben Silvia Klose und Heike Schattschneider ihre Tour rund um den gefluteten Tagebau schon fortgesetzt.

Geschichte

„Das ist hier ist ein wundervoller Ort“, sagt Heike Schattschneider. Sie lebt seit den 1990er Jahren in Glöthe und hat den Park wie alle anderen aus dem Verein und viele Glöther auch in ihr Herz geschlossen. Er sei ein geschütztes Biotop und eine Oase für Angler, die hier auch immer wieder nach dem Rechten sehen, berichtet sie. Doch es gebe einige Unbelehrbare, nicht mal aus dem Ort, denen es an Respekt oder Verständnis für das pflanzen- und tierreiche Gilde fehle.

Dabei hat der Park seine Geschichte. Einst war er Flaniermeile für die Gutsbesitzerfamilie Köhne - für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Zu DDR-Zeiten haben die Kinder hier gebadet oder auf dem fast zwei Kilometer langen Rundkurs die Läufe des Sportunterrichts absolviert. Es gab Pfingstfeste. Nach der Wende wurden ein Teil der Wege befestigt, Papierkörbe aufgestellt, ein Sportfeld und ein Parkplatz gebaut. Heute nutzen die Glöther ihren Park für ausgedehnte Spaziergänge.

Bilder

Aktionstage

Das alles wissen die Ehrenamtlichen aus dem Verein. Nach seiner Gründung haben sie sich auf die Fahnen geschrieben, etwas im Ort zu bewegen. In diesen Tagen mit einer Aktionswoche, die auf die junge Gruppe aufmerksam machen und Gutes leisten will. So haben jetzt 20 Leute im Park aufgeräumt. Heike Schattschneider berichtet, dass der Verein dabei von Privatpersonen und der Agrargenossenschaft Calbe, die im Ort einen Sitz hat, unterstützt wird. „Wir haben Transportmöglichkeiten. Auf dem Hof wird der Müll sortiert, danach fachgerecht und auf Kosten der Genossenschaft entsorgt.“

Die Frauen kommen zum Sammelplatz. Als sie Vorsitzenden Mario Pape und den anderen Mitstreitern von ihrem Fund berichten wollen, halten die ihnen schon einen rostigen Drahtesel entgegen. Der lag auch im See. Der Arbeitseinsatz hat sich gelohnt. Die Vereinsleute feiern das und ihre Idylle noch mit einem Picknick.