Hohenerxleben/Athensleben l „Das kann doch nicht sein, dass hier Bäume gefällt werden und ganz woanders soll dafür Ersatz geschaffen werden“, findet Ilona Müller.

Ortsbürgermeister Siegfried Klein hatte kürzlich über die Pläne informiert, dass zur Schaffung eines Rundwegs um einen Teich zwischen Radweg und Bode Bäume gefällt werden. Auch sollen laut Parkgestaltungsplänen Bäume weg, um zwei Sichtachsen zu schaffen – Richtung Bode und Felder.

Ersatzpflanzungen würden allerdings nicht in der Nähe vollzogen, nicht mal in der Gemarkung Hohenerxleben, sondern im Bereich Athensleben. Und das auf einer Fläche von 0,8 Hektar, berichtete der Hohenerxleber Ortsbürgermeister weiter. Begründung: In der Gemarkung Hohenerxleben reiche dafür der Platz nicht aus.

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Mit ihrer Meinung sei sie nicht allein, unterstreicht Ilona Müller. Auch Ingrid Plan und andere Bekannte hätten sich empört, als die Pläne bekannt gemacht wurden.

Das eine Standortsuche und -festlegung nicht so einfach ist, erklärt die Fachdienstleiterin Planung, Umwelt und Liegenschaften der Stadt Staßfut. Anke Michaelis-Knakowski zum genannten Thema in Hohenerxleben: „Hierbei geht es um die Qualität eines Waldes, wie es die untere Forstbehörde klassifiziert hat. Es geht also nicht, dass dafür Ersatzpflanzungen an einem Straßenrand oder an einem Feldweg erfolgen können, sondern man braucht größere zusammenhängende Flächen.“

Der Bereich der Bode vor Ort komme ebenfalls nicht in Frage, weil es sich hier um Überschwemmungsgebiete handelt, die für den Hochwasserfall freigehalten werden müssten.

„Die Stadt hat aber entsprechende Flächen gesucht und im Bereich Athensleben mit einem Gelände am ehemaligen ‚Knast‘ gefunden.“ Anke Michaelis-Knakowski unterstreicht, dass man froh darüber sei, damit es mit dem Projekt Park in Hohenerxleben weitergehen könne. Denn das sei anfangs sogar gefährdet gewesen.

Beim Gerangel um die Klassifizierung Park oder Wald ging es nicht zuletzt um Kompetenzen zwischen Forst und Naturschutz. Die jeweiligen Forderungen standen. „Es musste umgeplant werden“, berichtet die Fachdienstleiterin der Stadt. So sei der Eingriff letztendlich reduziert worden. „Aber auch der muss ausgeglichen werden. Und so viel Spielraum dafür hatten wir in Hohenerxleben nicht.“

Derzeit befinden sich die Gehölzarbeiten in der Ausschreibung. Die Stadt hofft, den Auftrag dafür möglichst vor Weihnachten noch zu vergeben. Im neuen Jahr soll es dann praktisch los gehen.

Anke Michaelis-Knakowski hat noch ein anderes Beispiel von Ersatzpflanzungen, bei denen es sich um den Ersatz einzelner Bäume handelt. Beispielsweise mit den Kastanien, die jüngst in der Hohenerxlebener Kastanienallee gepflanzt wurden.

Es sei nicht zuletzt eine Frage, wer Baulastträger einer Maßnahme ist und wem entsprechende Flächen gehören, die bepflanzt werden sollen.

Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft beispielsweise suchte sich den Standort für Ersatzpflanzungen aus, als es um die Rodung von rund 500 Pappeln an der Liethe bei Rathmannsdorf ging. Die neuen Bäume fanden nur teilweise in der näheren Umgebung Platz. Ein Großteil dafür im Raum Egeln.

Nächstes Beispiel: Leer stehende Kleingartenanlagen. „Sie schreien förmlich nach einer Bepflanzung. Aber da entwickelt sich die Natur so schnell von allein. Wenn Biotopstrukturen einen gewissen Punktwert erreicht haben, kann man da auch nicht mehr viel machen mit Ersatzpflanzungen“, erklärt Michaelis-Knakowski.

Eine größere Anzahl von Ersatzpflanzungen gibt es demnächst auch für die gefällten Linden im Zuge des grundhaften Ausbaus der Rathmannsdorfer Straße in Neundorf.

Diese Maßnahme soll laut Stadtverwaltung nun im Dezember erfolgen. Da nicht alle rund 80 Pyramiden-Eichen Platz an der Kreisstraße in Neundorf finden, werden 14 Exemplare im Bereich des Staßfurter Friedensrings gesetzt.