Hecklingen l Seit 29 Jahren berät sie Suchende, wenn es darum geht, zu sagen, ob ihre Ausbeute in der Pfanne landen kann.

In diesem Jahr haben viele Pilzfreunde Rat bei der Expetin gesucht. Dagmar Stange berichtet, dass die Leute im Herbst viele Fragen hatten und mit ihrem Fund nach Hecklingen kamen. „Das war schon wieder enorm“, sagt Dagmar Stange. Die Interessierten seien nicht nur aus Hecklingen und Staßfurt da gewesen, auch aus vielen anderen Orten der Region kamen sie, etwa aus Atzendorf, Borne, Aschersleben oder Hohenerxleben.

Im Moment ist Ruhe eingekehrt, denn die Zeit von Maronen, Steinpilzen und Co., die gut schmecken, sei jetzt vorbei.

Auf eine Einschätzung der Saison angesprochen, erklärt die Pilzberaterin, dass man hier regionale Unterschiede betrachten muss. „Hier bei uns in Hecklingen und auch im Salzlandkreis allgemein war es schon recht ordentlich“, schlussfolgert Dagmar Stange. Das bedeute aber nicht, dass das Vorkommen der Speisepilze als herausragend eingestuft werden könne. Es sei aber auch nicht schlecht ausgefallen. „Eben normal.“

Was Dagmar Stange aber aufgefallen ist, ist ein großes Artenreichtum. „Viele Pilze haben sich gezeigt, die Jahrzehnte lang nicht da waren zum Beispiel der Düstere Röhrling oder der Semmel-Porling.“

Ein Pilz war der Kennerin zufolge in Hecklingen und Umgebung aber sehr verbreitet. Sie nennt den Pappelschüppling. Viele Ratsuchende seien damit zu ihr gekommen. „Da musste ich dann enttäuschen. Ihn kann man nicht essen.“ Er ist zwar sehr groß, da wäre die Pfanne schnell voll gewesen, geschmeckt hätte er aber nicht.

Sie führt das hohe Vorkommen in diesem Jahr auf einen hohen Bestand an Pappeln zurück, die gefällt wurden.

Steinpilze oder nicht?

Außerdem haben sich viele Ratsuchende in der Annahme an sie gewandt, Steinpilze gefunden zu haben. „Da musste ich dann wieder enttäuschen, weil es sich um den Gallenröhrling handelte. Er ist bitter. Ihn kann man nicht essen. Er verdirbt auch gern mal ein gutes Pilzgericht. Denn er ist ungenießbar.“

Außerdem informiert Dagmar Stange, dass sie auch in diesem Jahr wieder an einem dreitägigen Schulungs-Treffen der Pilzsachverständigen des Landes Sachsen-Anhalt Ende September in Güntersberge teilgenommen hat. Bestimmte Gebiete im Harz wurden durchforstet. „Wir haben wieder ziemliche Raritäten gefunden“, spricht sie von etlichen außergewöhnlichen Arten, die für Berater viel Stoff zum Diskutieren boten.

Außerdem habe der Landesverband für Pilzsuchende auf seiner Internetseite Wissen zusammengefasst (www.lvps.de). Dort seien Merkblätter verfügbar, die von Bundesland zu Bundesland variieren. „Beispielsweise wie viel man suchen darf.

Da kann man sich informieren.“ Und auch über das richtige Sammeln. „Das man die Pilze am besten in Körbe legt. Außerdem soll man sie nicht abschneiden, sondern aus der Erde herausdrehen. Denn zum Bestimmen benötigen wir den ganzen Pilz.“ Und natürlich sei es ratsam, die Berater vor dem Besuch anzurufen, um sicher zu gehen, dass auch jemand da ist. Die Kontakte sind auf der Homepage des Verbandes veröffentlicht. Dagmar Stange ist unter (0 39 25) 28 56 97 erreichbar.