Staßfurt/Magdeburg l Das Landgericht Magdeburg hat einen 58-jährigen Mann wegen wiederholter Brandstiftung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt. Der geistig behinderte Mann wird zudem dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann 2018 mehrere Feuer in der Umgebung von Thale im Harz gelegt hatte.

Ursprünglich war ihm in der Anklageschrift auch ein Fall von Brandstiftung auf einer Wiese in Staßfurt im März vorgeworfen worden. Dieser Anklagepunkt war jedoch im Laufe des Verfahrens fallengelassen worden, da dem ehemaligen Staßfurter der Vorfall nicht eindeutig zugeordnet werden konnte. So gab es bei Zeit- und Ortsangaben offenbar Ungereimtheiten.

Umfangreiches Geständnis

Denn das Urteil stützte sich nicht zuletzt auf das Geständnis des Angeklagten. Neben dem Wiesenbrand hatte der Anklagte in einer vorherigen polizeilichen Vernehmung auch noch weitere Fälle von Brandstiftung in Staßfurt gestanden. Laut Zeugenaussagen eines Polizisten vor Gericht hatte der Angeklagte auch eingeräumt, dass er mehrere Gebäude in Staßfurt angezündet habe. Konkret ging es unter anderem um ein Feuer in der Gelnowstraße. Dort war Ende Mai 2018 der alte Güterbahnhof niedergebrannt. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Doch auch wenn der Angeklagte diese Brandstiftungen bei der Polizei eingeräumt hatte, waren sie nicht Teil des aktuellen Verfahrens. Nach Informationen der Volksstimme laufen immer noch Ermittlungen gegen Unbekannt. Aus Polizeikreisen war zu erfahren, dass der Angeklagte aber noch zum Kreis der Verdächtigen zählt. Allerdings sei aufgrund seiner Erkrankungen nicht sicher, in wie weit seine Geständnisse zu den Bränden in Staßfurt auch der Wahrheit entsprechen.

Umzug nach Thale

Nach dem Tod seiner Mutter war der Mann Anfang Juni 2018 von Staßfurt in eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung bei Thale gezogen. Bis heute kommt es in Staßfurt immer wieder zu Brandstiftungen. Erst an diesem Montag war eine weitere Lagerhalle in der Industriestraße in Flammen aufgegangen. Die Polizei geht von einer Straftat aus.

Nach seinem Umzug in die Einrichtung in Thale hatte der Angeklagte vor Ort im zweiten Halbjahr 2018 mehrere Feuer gelegt und Diebstähle begangen. So hatte er eine Wiese, zahlreiche Heuballen und einen Zirkuswagen angezündet. Beim Einbruch in ein Gartenhäuschen war er schließlich von einem Nachbarn beobachtet worden. Dieser verständigte die Polizei, die den Mann festnahm.

Der Sachverständige bescheinigte dem Angeklagten eine Intelligenzminderung, die einer geistigen Behinderung entspricht. Seine Steuerungsfähigkeit und seine Straffähigkeit seien eingeschränkt. Laut Gericht versuche der Mann, Aufmerksamkeit zu bekommen. Diese Impulse könne er nicht kontrollieren. Der Angeklagte sei „gemeingefährlich“ und die Wiederholungsgefahr groß. Deswegen müssen er in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden. Der Staatsanwalt hatte eine Strafe von zwei Jahren und sechs Monaten beantragt.