Atzendorf l Die Zentrale Landsportgemeinschaft Atzendorf (ZLG) führt immer Anfang Mai ihre „Radfahrt in den Frühling“ durch. „Mitfahren kann Jedermann“, sagt ZLG-Vorsitzender Günter Döbbel. Usus ist, dass es immer zwei Strecken gibt. Eine kürzere, mit drei Kilometern, die in einen der Atzendorfer Nachbarorte führt und deshalb besonders für Kinder und Senioren geeignet ist. Und eine längere, mit etwa 25 Kilometern. Dabei werden besondere Ziele angesteuert, etwa Sehenswürdigkeiten. So war jetzt die Autobahnkirche in Brumby das Ziel der Radler.

40 Pedalritter

Der Zuspruch war gut. Zunächst fuhren etwa 40 „Pedalritter“ den Radweg entlang der Landstraße nach Förderstedt. Hier führte die Route auf die Alte Üllnitzer Straße zur Landstraße nach Üllnitz. Über Feldwege ging es dann weiter nach Brumby. Die Petrikirche ist eine der Autobahnkirchen in Sachsen-Anhalt. Ihre Türen stehen jeden Tag von 8 Uhr bis zum Anbruch der Dunkelheit für Besucher und Reisende, die Momente der Stille und des Gebetes suchen, offen. Rund 3000 Besucher nehmen das Angebot jährlich wahr.

Ziel ist Brumby

Am Ausflugstag einmal mehr. Pfarrer Gottfried Eggebrecht war lange Seelsorger der Gemeinde und ist im Ruhestand weiterhin Ansprechpartner für die auf das Gotteshaus Neugierigen. Er nahm die Radfahrer in Empfang gab eine kurze Erklärung zum Bau und zur Geschichte der über 1000 Jahre alten Kirche, die nicht wie andere Kirchen der Region in Zeiten der Industrialisierung oder ertragreicher Landwirtschaft abgerissen und neu gebaut wurde - die Atzendorfer kennen das aus der Geschichte ihres „Bördedoms“ - sondern immer Stück für Stück erweitert wurde. Heute hat St. Petri den weithin sichtbaren charakteristischen Turm mit vier Ecktürmchen, die Kirche beherbergt eine Orgel des Orgelbauers Röver und eine Kasettendecke mit Bildern einer Braunschweiger Malerfamilie, die in den Jahren 1664 bis 66 nach Vorschlägen des damaligen Pfarrers gestaltet wurden. Autobahnkirche ist sie seit 2006. „Viele Kulturdenkmäler in unserer Region liegen noch im ‚Dornröschenschlaf‘“; sagt der Pfarrer. Mit der Widmung zur Autobahnkirche habe man es erfolgreich geschafft, die Brumbyer Kirche aus „diesem Schlaf“ zu wecken. Gab es Zeiten, in denen sie auch als Pferdestall genutzt wurde, erstrahlt sie heute wieder in altem Glanz. Nur ein Teil der Bilder an Decke und Seitenwänden muss noch restauriert werden.

Bilder

ZLG-Vorsitzender Günter Döbbel bedankte sich bei Pfarrer Eggebrecht für die Erläuterungen und die Atzendorfer, die mit ihrem „Bördedom“ die „größte Kirche“ der Bördedörfer besitzen, drückten ihre Freude darüber aus, dass sie Gelegenheit erhielten, die hier „schönste Kirche“ zu besichtigen

Gemütlich

Danach packten die Landfrauen im Kirchgarten Speise und Trank für alle aus. Bei leckeren Fettstullen und Kuchen und dazu passenden Getränken wurde das Gesehene schon einmal kurz ausgewertet. Nach einem Gruppenfoto führte die Rückfahrt dann über Glöthe nach Atzendorf zurück. Hier hatte das Team der Sportlerklause schon den Grill in Betrieb gesetzt und bei leckeren Würstchen klang die Fahrt aus.