Staßfurt l An der Regelung der Nachfolge in heimischen Unternehmen hängen in den nächsten Jahren in Sachsen-Anhalt zehntausende Arbeitsplätze. Das teilt das Land mit. Erfolgreiche Firmenübergaben sind ein wichtiger Baustein zur Sicherung der regionalen Wirtschaftsstruktur, von Firmennetzwerken und von Beschäftigung. Deshalb engagiert sich das Land schon seit langem gemeinsam mit den gewerblichen Kammern und weiteren Partnern, um die Unternehmen mit den Problemen des Generationswechsels nicht allein zu lassen.

Altersstruktur

Auch die Wirtschaftsförderung der Stadt Staßfurt widmet sich dem Thema Unternehmensnachfolge intensiv. „Eine nicht ausreichend geplante Nachfolge hat Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft“ betont Stefan Beyer von der Wirtschaftsförderung. Neben dem Verlust von Arbeitsplätzen sei sowohl die Wettbewerbsfähigkeit als auch die Attraktivität des Standortes stark gefährdet. Der neue Staßfurter City-Manager erklärt, dass die Stadt gemeinsam mit Partnern aktiv werde, noch bevor Probleme gravierend werden. In seiner Funktion haben Stefan Beyer und seine Kollegen aus der Wirtschaftsförderung viel Kontakt zu Händlern und Unternehmen in Staßfurt, zum Gewerbeverein und zur Gilde. Ohne konkret auf Zahlen einzugehen, macht er deutlich, dass aufgrund der Altersstruktur von Gewerbetreibenden und Firmenmitarbeitern sowie des demografischen Wandels in der Bevölkerung insgesamt Lösungen für die Fortführung von Geschäften und Firmen gefunden und aktiv umgesetzt werden müssen.

Die Wirtschaftsförderung will hier vor allem als Dienstleister auftreten und Kontakte in Wirtschafts- und Kammernetzwerken zum Tragen bringen. „Wir wollen Unternehmern und den potentiellen Nachfolgern die Dringlichkeit einer langfristig organisierten Nachfolge aufzeigen.“

Eine erste Aktion dazu hat es jetzt gegeben. Die Wirtschaftsförderung organisierte eine Veranstaltung im Salzland Center. Getreu dem Motto „Besser früher an später denken“ lud man gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer Magdeburg sowie der Handwerkskammer Magdeburg interessierte Unternehmer ein, sich zum Thema der Unternehmensnachfolge und den damit verbundenen Aufgaben und Hürden zu informieren.

Neben Daten und Fakten stellte Antje Bissinger von der GOB Steuerberatungsgesellschaft in Staßfurt den Ablauf der Nachfolge an Beispielen aus der Praxis dar und konfrontierte die Unternehmer mit Hindernissen, die es frühzeitig zu beachten gilt.

Beratertag

Die positive Resonanz auf die erste Veranstaltung zum Thema freut Christian Schüler, Wirtschaftsförderer der Stadt Staßfurt: „Die ansässigen Unternehmen liegen uns am Herzen. In jedem einzelnen stecken Energie und Herzblut. Dies soll nicht durch vertane Chancen gefährdet werden.“

Christian Schüler erklärt, dass die Informationsveranstaltung an früheren Aktivitäten der Wirtschaftsförderung anknüpft. Denn die Stadt bereits im vergangenen Jahr den Beratertag für Unternehmer ins Leben gerufen. Gemeinsam mit Vertretern der Industrie- und Handelskammer Magdeburg sowie der Handwerkskammer Magdeburg werden sämtliche Fragen, egal ob zu Gründung, Immobiliensuche, Firmierung oder Nachfolge an jedem ersten Montag im Monat durch die Kollegen der Wirtschaftsförderung beantwortet.

Der Wirtschaftsförderer kündigt an, dass es neben den Beratungen künftig in regelmäßigen Abständen auch weitere Zusatzveranstaltungen wie kürzlich geben wird. Nicht zuletzt böten sie auch einen Rahmen für den Erfahrungsaustausch von Akteuren der städtischen Wirtschaft und die schnelle Kontaktaufnahme zu den Kammern.