Hecklingen/Schneidlingen l Die Riege derer, die Grund zur Freude haben ist lang: Da wären zum einen die Trainingsfrauen der Fitnessgruppe vom Schneidlinger Sportverein Fortuna, ebenso Kinder einer Fußballgruppe, die im Winter nicht mehr draußen trainieren können. Hinzu kommen die Schüler der freien Sekundarschule „leben lernen“. Sie können im November nicht mehr draußen Sport machen. Ein Dach über dem Kopf ist zum Sportunterricht dringend nötig. Dieses wird es auch geben.

Nachdem die Stadt ihre Halle in Schneidlingen im Sommer plötzlich Knall auf Fall schließen musste, weil ein Gutachter attestiert hatte, dass die Mängel zu groß sind, wird das Gebäude in der kommenden Woche wieder nutzbar sein.

Eröffnungstermin

Das konnte der Bürgermeister der Stadt Hecklingen Uwe Epperlein (WGH) auf Nachfrage der Volksstimme ankündigen. „Geplant ist, dass die Halle ab dem 4. November wieder genutzt werden kann. So ist der Plan“, sagte das Stadtoberhaupt. Er erklärte, dass im Nachgang noch einmal ein Gutachter zu Rate gezogen werden soll, der dann noch bescheinigt, dass alles wieder in Ordnung ist. Aber Dank der großen Unterstützung vieler Leute, die sich dafür stark gemacht hätten, sei es gelungen alle Gefahrenstellen zu beseitigen.

„Ich habe bewusst die Entscheidung getroffen, die Halle zu halten. Wir hätten auch sagen können, wir lassen sie zu. Daher hat die Stadt finanzielle Mittel bereitgestellt, natürlich mit enormer Unterstützung“

Handwerker wie Olaf Nürnberg aus Groß Börnecke hätten großen Anteil daran. In ihrer Freizeit hätten sie unheimlich viel geleistet, dankte Epperlein. Ortsbürgermeister Martin Zimmermann (SPD-Fraktion) hat ebenfalls alle Hebel zur Rettung der Halle in Bewegung gesetzt. Er sagte am Dienstag, dass er selbst früh noch einmal mit dem Bürgermeister und Mitarbeitern der Verwaltung in der Halle war. Prallschutzfließ sei an den Wänden angebracht worden. Reinigungskräfte sollten noch einmal rein.

Im Großen und Ganzen seien die gesamten Reparaturmaßnahmen beendet. Nur das Parkett solle noch gemacht werden. „Hier müssen Fugen ausgebessert werden“, weiß der Ortsbürgermeister.

Ins Zeug gelegt

Alle Maßnahmen, die bisher liefen, hat die Stadt finanziell übernommen. Darüber hinaus haben die Schneidlinger sich ins Zeug gelegt, um die Halle zu retten und weiteres Geld an Land gezogen.

Ein Spendenlauf mit prominenten Sportlern sorgte für großen Zuspruch und brachte rund 7500 Euro ein. Das hängt auch damit zusammen, dass die Sekundarschule sich engagierte. Bekannte Sportler wie der frühere Kapitän des 1. FC Magdeburg Marius Sowislo gingen für den guten Zweck an den Start.

Mit Erfolg, viele 100 Teilnehmer trugen zum Erfolg der Aktion bei.

Überlegungen laufen jetzt dahin, das gespendete Geld zu nutzen, um die sanierungsbedürftigen Sanitäranlagen in der Turnhalle wieder in Schuss zu bringen. Auch Fenster in den Umkleidekabinen müssten erneuert werden. Wo investiert wird, wollen die Beteiligten jetzt zusammen mit der Schule und dem Ortschaftsrat besprechen und sich abstimmen.

„Unser Ziel war es, dass die Halle in diesem Jahr wieder öffnen kann, denn jetzt kann der Sportunterricht nicht mehr draußen stattfinden“, sagte Zimmermann.

Nachwuchs-Training

Dass das gelungen ist, kann vor allem die Jüngsten vom SV Fortuna freuen. „Für sie ist es ein großes Glück, dass die Halle wieder öffnen kann. Jetzt, da es kalt wird, ist das Training im Freien nicht mehr möglich“, sagte Patrick Erlelkamp vom Verein. Während die Männer weiter draußen spielen würden, sei das für den Nachwuchs einfach zu kalt.

Auch eine Fitnessgruppe vom Schneidlinger Sportverein muss ab Montag nicht mehr nach Cochstedt fahren. Die Frauen hatten die Turnhalle im Nachbarort als Ausweichquartier zum Training genutzt. Dort konnten sie auch ihre Trampoline und weitere Geräte vorübergehend unterbringen.

Zuvor waren der Halle in Schneidlingen im Rahmen einer turnusmäßigen Begutachtung Mängel bescheinigt worden. In der Konsequenz hatte ein Gutachter die Sperrung empfohlen.

Der Stadt blieb nichts anderes übrig, als dem nachzukommen. Bürgermeister Uwe Epperlein hatte damals angekündigt, dass man mit den geringstem Aufwand den größten Nutzen bewirken muss, um die Halle zu halten. Die Halle wurde in Folge unter anderem mit Ballprallschutzwänden ausgestattet. Unter anderem waren Bretter, die vorher da waren, um die Heizung zu schützen von dem Gutachter als „Fangstellen“ bemängelt worden. Auch eine Fluchttür fehlte seiner Einschätzung nach.