Staßfurt l Heinz-Jürgen Czerwienski ist zufrieden. Der Vorsitzende des Staßfurter Geschichtsvereins und seine Mitstreiter haben es geschafft: Dank ihrer Initiative und vieler Helfer konnte die historische Staßfurter Straßenbahn, die bis 1956 in der Salzstadt fuhr, rundum erneuert werden. Frisch aufgeputzt steht der Wagen jetzt auf seinem angestammten Platz bei den Stadtwerken am Athenslebener Weg. „Ich bin froh, dass die Arbeiten noch vor Wintereinbruch geschafft wurden“, sagt Heinz-Jürgen Czerwienski. Denn Nässe und Frost hätten dem guten Stück sonst noch mehr zugesetzt und die Schäden vergrößert.

Aufruf

Den „Tag des offenen Denkmals“ 2016 nutze der Geschichtsverein, um gemeinsam mit den Stadtwerken und der Staßfurter Urania einen Spendenaufruf zu starten. Mittel sollten zusammengetragen werden, um die Tram zu erneuern. Als die Straßenbahn 2010 von Naumburg nach Staßfurt kam, wurden einige rostende Stellen an der Karosse und das Dach repariert, der Wagen erhielt seine ursprüngliche Farbgestaltung wieder und wurde grundhaft gereinigt. Alles stemmten die Hobbyhistoriker aus der Salzstadt in Eigenregie und mithilfe von Mitarbeitern des Stadtpflegebetriebes und ein-euro-Jobbern.

Doch sechs Jahre später bereitete der Zustand der historischen Straßenbahn TW 20, nahezu 100 Jahre alt, den Geschichtsvereinsleuten Kopfzerbrechen, größere Schäden waren erkennbar. Verschlissene Dichtungen an Fenstern, am Fahrzeug gab es mehrere Stellen, die intensiver behandelt werden mussten. „Es muss gehandelt werden und zwar mit dem Einsatz von Fachkräften“, legte damals Heinz-Jürgen Czerwienski fest.

Spenden

Sofort war allen Beteiligten aber auch klar: Das könnte einige Euro kosten. Schätzungen gingen von bis zu 6500 Euro aus. So machten sich Vereinsmitglieder auf Sponsorensuche. Sie erhielten vielfach Unterstützung, so von der Stiftung der Salzlandsparkasse, den Stadtwerken sowie dem Rotary Club mit größeren Geldbeträgen. Dankbar war der Verein auch über viele kleinere Beträge von Gewerbetreibenden und Privatpersonen. Der Geschichtsvereinschef erinnert sich zudem an viele wohlwollende und motivierende Worte. So habe der Athenslebener Spender Günter Krüger bei der Übergabe seines Geldbetrages gesagt, dass das ehrenamtliche Engagement des Vereins, ein solches historisches Stück für die Nachwelt zu erhalten, Hochachtung und Anerkennung verdiene.

Als das Geld für die notwendigen Reparaturarbeiten vorhanden war, rund 6500 Euro wurden gebraucht, ging es an die Bindung der Fachbetriebe. „Eine Firma für das Auswechseln der Fenstergummis sprang in letzter Minute ab. Eine Zwischenlösung musste her, denn der Maler- und Lackiererbetrieb begann bereits mit der Ausbesserung der verrosteten Flächen, der Dachreparatur sowie mit den Malerarbeiten. Auch einen neuen Schriftzug gab es“, fasst Heinz-Jürgen Czerwienski zusammen.

Abnahme

Das alles liegt nun hinter den Geschichtsvereinsleuten. Die Restaurierung ist geschafft. Die Vereinsmitglieder Uwe Kersten und Volker Schulz begleiteten die Arbeiten und waren bei der Endabnahme zufrieden. „Wir haben mit dem guten Stück nun wieder ein paar Jahre Ruhe.“