Staßfurt l Das geht aus einer Anfrage an das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie Sachsen-Anhalt hervor. Das Ministerium hält nach aktuellem Stand an der Vermutung fest, die seit einiger Zeit im Raum steht: „Die bislang durchgeführten Untersuchungen deuten darauf hin, dass im Staub enthaltene Eisenpartikel zu den festgestellten Schadbildern geführt haben“, berichtet Ministeriumssprecher Jörn Rettig. Deswegen legen die Behörden den Fokus der Untersuchungen nun gezielt auf metallverarbeitende Betriebe.

Zuvor hatte man dem entgegen noch angekündigt, den Radius immer größer von den Schadstellen in der Förderstedter Straße aus zu ziehen, falls nichts gefunden wird. Zwischenstand ist laut Sprecher: „Ein endgültiges Ergebnis liegt noch nicht vor.“

Unangekündigte Kontrollen

Die Anlagen der Firmen werden je durch die zuständigen Behörden kontrolliert. Das ist meist der Salzlandkreis. Zusätzlich prüft das Landesverwaltungsamt „die im Fokus stehenden Anlagen im Rahmen des Überwachungsprogramms regelmäßig“ und kontrolliere unangekündigt. Wie viele Firmen bisher besucht wurden, beantwortet man nicht.

Die Behörden haben neuerdings noch mehr Messstandorte für Staubsammelstellen aufgestellt, „um weitere Informationen und Ergebnisse zu erlangen“, so der Sprecher. Die Auswahl der Standorte orientiere sich am Standort der Schäden in Staßfurt. „Ferner sind Ausbreitungsrechnungen unter der Berücksichtigung statistischer Wetterdaten genutzt worden“, so der Sprecher. Hintergrund ist die Hypothese zur Ursache: „Der Schwerpunkt der aufgenommenen erzeugerseitigen Untersuchungen konzentriert sich auf potenzielle Emissionsquellen eisenhaltiger Stäube. Dabei gestatten lediglich Staubmessungen an gefassten Quellen eine eindeutige Zuordnung.“

Zusammenhang mit Schienenverkehr?

Um mögliche Ursachen im Schienenverkehr abzuklären, hat das Ministerium das Eisenbahn-Bundesamt befragt, inwieweit in der Nähe von Gleisanlagen ein Zusammenhang zwischen Ablagerungen und Zugverkehr bestehe. Eine Antwort kam noch nicht.

Generell Schadstoffe durch weitere Prozesse im Freien könnten nicht gemessen werden, da es immer eine konkrete Quelle brauche. Stattdessen werden Stäube in der Erdatmosphäre bei „Depositionsmessungen“ über mehrere Monate untersucht, so wie man auch langfristig die Luft in Städten misst und analysiert.

Neue Eisen-Tests

Speziell für Staßfurt hat man eine Neuerung eingeführt. Jörg Rettig: „Um im vorliegenden Fall Vergleiche vornehmen zu können, wird zusätzlich in Sachsen-Anhalt an allen 55 Depositionssammlern der Eisengehalt bestimmt.“ Das war vorher nicht so, da Eisen immissionsschutzrechtlich keine Bedeutung hat.