Hecklingen/Groß Börnecke/Schneidlingen/Cochstedt l Vereine feiern hier, treffen sich, auch Bürger können Kultureinrichtungen und Säle der Stadt mieten, wenn geheiratet wird oder andere Familienfeiern stattfinden - Bisher kosten die Säle in Groß Börnecke und Hecklingen pro Tag jeweils 50 Euro. Die Preise sind aber nicht kostendeckend.

Das kritisiert die für Hecklingen zuständige Aufsichtsbehörde der Landkreisverwaltung seit längerer Zeit und nach wie vor. Hecklingen soll die vor knapp drei Jahren gefasste Gebührensatzung überarbeiten. Die Vermietung soll kein Verlustgeschäft mehr sein. Wären die Preise wie gefordert aber kostendeckend, würden die Gebühren explodieren. Die Verwaltung hat errechnet, dass der Saal in Groß Börnecke dann pro Tag rund 1494,43 Euro kosten würde, der Stadtsaal in Hecklingen 222,92 Euro, die dazu Küche 47,65, die Bauernstube 120,20 Euro und der Chorraum 2,34 Euro.

Vor der Abstimmung

Der Stadtrat ging dagegen schon zweimal auf die Barrikaden, jüngst im Oktober 2018. Entsprechende neue Gebühren wurden in einem Entwurf der geforderten überarbeiteten Satzung abgelehnt.

Jetzt sollen die Mitglieder erneut über die selben Preise abstimmen. Am Dienstag, 5. November, soll es dazu kommen. Der Stadtrat tagt für interessierte Bürger öffentlich 18 Uhr im „Stern“.

„Die Verwaltung wird den bereits am 30. Oktober 2018 vorgelegten Beschluss zur Gebührensatzung für die Räumlichkeiten der Kultur- und Vereinsstätten der Stadt Hecklingen den Gremien ...erneut zur Beschlussfassung vorlegen“, teilt Bürgermeister Uwe Epperlein (WGH) in einer Stellungnahme zum Schreiben der Kommunalaufsicht des Salzlandkreises mit. „Die dem Stadtrat bereits vorgelegte Satzung wird dem Stadtrat unverändert erneut zur Beschlussfassung vorgelegt“, heißt es aus dem Rathaus.

Thema nicht vom Tisch

Sollte es heute erneut dazu kommen, dass der Stadtrat gegen die hohen Gebühren mit den rund 1500 Euro Miete für den Saal in Groß Börnecke stimmt, ist das Thema nicht vom Tisch. Der Bürgermeister kündigt eine Nachkalkulation an. Diese soll parallel zur erneuten Vorlage heute angeschoben werden. Über nachkalkulierte Gebühren könnte dann Epperlein zufolge voraussichtlich im ersten Quartal 2020 entschieden werden.

„Heute wird zunächst vorgelegt, wie sich die Zahlen zusammensetzen“, erklärt die Vorsitzende des Stadtrates Ethel-Maria Muschalle-Höllbach (WGH). „Wir müssen uns zu diesen kostendeckenden Preisen positionieren und entscheiden, wie es weiter geht“, erklärte die Fraktionsvorsitzende der WGH. So wie sie zur Abstimmung stehen und errechnet wurden, könnten sie nicht genommen werden. Denn für rund 1500 Euro würde niemand mehr den Saal mieten, steht für die Ortsbürgermeisterin nach wie vor fest. Aufgrund der finanziell angespannten Lage sei die Stadt aber im Zugzwang, die Konsolidierung voranzutreiben. „Daher müssen wir uns mit dem Thema einer überarbeiteten Satzung ins Benehmen setzen.“ Was heißt das? Darauf angesprochen, antwortet die Kommunalpolitikerin: „Wir müssen was tun und entscheiden, bleibt alles beim Alten, gibt es was Neues oder finden wir ein Zwischending.“ Der Stadtrat müsse sich „ernsthaft“ mit dem Thema befassen, steht für Ethel-Maria Muschalle-Höllbach fest.