Egeln l Die diesjährige Badesaison im Egelner Waldbad ist am 6. September zu Ende gegangen. An diesem Tag wurden dort die Türen abgeschlossen. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass keiner mehr kommt, wenn die Sommerferien vorbei sind“, sagte der Verbandsgemeinde-Bürgermeister Michael Stöhr (UWGE). Anderswo, wie zum Beispiel in Calbe, sind die Schwimmbäder bis Ende September für Badegäste geöffnet.

Stöhr sprach von einem durchwachsenen Sommer. Der Saisonauftakt sei wettertechnisch nicht so optimal gewesen. „Erst ab Mitte Juli und im August hatten wir richtiges Badewetter“, sagte der Verwaltungschef. Das wirkte sich natürlich auch auf die Besucherzahlen aus. Dieses Mal konnten Schwimmmeister Sven Bolte und sein Team dort nur 6300 Badegäste begrüßen, trotz des Waldbadfestes im August. „Im Jahr 2019 waren es 11 200 und 2018 sogar über 15 000“, so Stöhr. Hinzu kommen noch die Einsatzkräfte der Ortswehren der Egelner Mulde, die dort kostenlosen Eintritt haben. Weitere 48 Erwachsene und 31 Kinder nutzten eine Jahreskarte.

An der Corona-Pandemie konnte die rückläufige Zahl nicht unbedingt liegen, denn aufgrund des weiträumigen Geländes hatten dort bis zu 299 Personen gleichzeitig Zutritt, so dass anders als zum Beispiel im Naherholungszentrum „Löderburger See“ kein Gast aufgrund eines nicht ausreichenden Platzes unverrichteter Dinge gehen musste.

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Diese beliebte Freizeitanlage, die der Verbandsgemeinde gehört, lassen sich die Mitgliedsgemeinden jährlich zwischen 60 000 und 80 000 Euro Zuschuss kosten. Denn kostendeckend kann das Bad nicht betrieben werden. „Eine Erhöhung der Eintrittspreise rettet uns nicht“, sagte Stöhr. Er hält das Bad für unbedingt notwendig, auch wenn die Kommunalaufsicht des Salzlandkreises den Verbandsgemeinderäten in jedem Jahr aus Einsparungungsgründen eine Schließung nahe legt. Das lehnen die Kommunalpolitiker der Egelner Mulde strikt ab. „Das ist auch eine soziale Komponente, damit die Kinder in einem beaufsichtigten Bad das Schwimmen lernen können. Das geht in diesem Alter im Freibad am besten. Nicht jeder kann sich schließlich einen Swimmingpool leisten“, sagte der Verbandsgemeinde-Bürgermeister.

Seinen Worten zufolge sind im nächsten Jahr keine großen Investitionen geplant, sondern nur Unterhaltungsmaßnahmen. Die Verbandsgemeinde möchte dort aber so schnell wie möglich einen barrierefreien Zugang für die Senioren einbauen, so dass diese nicht mehr die Leitern benutzen müssen, sondern sich über eine Treppe mit Edelstahlhandlauf in die kühlen Fluten stürzen können. Dazu gehöre auch ein Podest, von dem man dann losschwimmen könne, sagte Stöhr. „Dafür sammeln wir immer noch Geld. Ein bisschen haben wir schon zusammen, aber es reicht noch nicht aus“, so der Verbandsgemeinde-Bürgermeister, der von Gesamtkosten von 12 000 bis 15 000 Euro ausgeht. Er würde sich deshalb freuen, wenn weitere Spenden zusammen kämen. Wer dieses Projekt für die Senioren unterstützen möchte, kann einen Betrag seiner Wahl auf das Konto der Verbandsgemeinde „Egelner Mulde“ (IBAN DE8480 055 500  308 110 7600 Kennwort: „Waldbad“) einzahlen. Finanzielle Hilfe sicherte auch der Bundestagsabgeordnete Jan Korte (Die Linke) bei seinem jüngsten Besuch Mitte August in Egeln zu. „Auf meine kurze Frage habe ich von ihm sofort eine positive Zusage bekommen“, freut sich Bürgermeister Reinhard Luckner (UWGE). „Wir werden jetzt alles vorbereiten. Dann fließt auch ein entsprechender Betrag in das Waldbad. Das soll noch in diesem Jahr passieren“, sagte der Bürgermeister. „Das kriegen wir hin“, stimmte ihm Korte zu.