Staßfurt l Nahezu jedes Jahr folgt dieselbe Debatte über das Schwimmbad im Salzland Center Staßfurt. Zum einen wollen Stadt und Stadtrat die Freizeiteinrichtung erhalten, brauchen unbedingt einen Ort für den Schwimmunterricht der Grundschulen. Zum anderen zahlt die Stadt nicht wenig Geld dafür ans Salzland Center.

Wegen steigenden Kosten bittet die Geschäftsleitung des Center seit einigen Jahren immer wieder um die Erhöhung der Zuschüsse. Bis 2018 zahlte die Stadt 300.000 Euro, 2019 und 2020 dann jeweils 325.000 Euro. Der Stadtrat hatte die Erhöhung abgesegnet.

Ultimatum

Genauso viel Geld soll auch ab 2021 fließen. So schrieb der Geschäftsführer des Salzland Center Volker Shilling im April an Oberbürgermeister Sven Wagner (SPD): „Auf Beschluss des Stadtrates wurde im letzten Jahr, für die Jahre 2019 und 2020, ein erhöhter Zuschuss für die Betreibung des Erlebnisbades beschlossen. Das war nötig, um Preiserhöhungen für die Besucher, aufgrund der steigenden Energiekosten und der steigenden Lohnkosten, zu vermeiden. Zum 31. Dezember 2020 läuft dieser erhöhte Zuschuss aus und es ist absehbar, dass deshalb die Eintrittspreise zum 1. Januar 2021 steigen müssen, sollten die zusätzlich gezahlten 25.000 Euro nicht weiter gezahlt werden.“

Während man 2019 noch große Debatten über den Zuschuss führte und sogar das ganze Schwimmbad einer Generalkritik unterzog, fällt die Diskussion in der Kommunalpolitik in diesem Jahr unaufgeregter aus. Immerhin waren die Räte schon 2019 zu dem Schluss gekommen: Es gibt keine andere Möglichkeit. Es wäre weitaus teurer für die Stadt, ein eigenes Bad für den Schwimmunterricht der Schulen zu bauen.

Debatte sei kontraproduktiv

Daher meinte jetzt Stadtrat Ralf-Peter Schmidt (UBvS): „Wir brauchen diese Diskussion nicht jedes Jahr. Wir wollen keine Erhöhung der Eintrittspreise und müssen dem Träger Sicherheit geben. Die Debatte ist kontraproduktiv.“

Die Mehrheit der Räte blieb allerdings skeptisch was den Zuschuss in Zukunft betrifft. Das Abstimmungsverhalten (in der Vorberatung in Kultur- und Finanzausschuss vor dem Stadtrat) war von Unschlüssigkeit und Ablehnung geprägt.

Stadtrat Stephan Czuratis (CDU) sagte: „Ich weiß nicht, ob die Zuschusserhöhungen in Zeiten von Corona möglich sind und ob sich die Stadt das bis 2027 leisten kann.“ Die Stadt hatte eigentlich vor, den Zuschuss gleich von 2021 bis 2027 auf jährlich immer 32. 000 Euro festzusetzen.

Auch Stadtrat Günter Döbbel (FDP) hatte Bauchschmerzen bei der langen Zeitspanne: „Wir müssen irgendwann einen Cut machen und dann das Thema anders betrachten.“

Wären höhere Preise okay?

In diesem Sinne schlug Stadtrat Gerhard Wiest (Die Linke) vor, den Zuschuss nur für 2021 und 2022 auf 325.000 Euro festzulegen, dann weiterzusehen. Denn was bis 2027 passiere, sei nicht absehbar.

Gerhard Wiest brachte noch eine andere Idee ins Spiel: Eine Erhöhung der Eintrittspreise fürs Schwimmbad als Alternative zum Zuschuss. Diese wäre laut Wiest verkraftbar.

Entscheiden muss der Stadtrat, der heute Abend zusammenkommt.