Staßfurt l Die CDU im Staßfurter Stadtrat will das Salzlandfest attraktiver machen. Im Kulturausschuss hat Heike Schaaf aus der Fraktion den Antrag eingebracht, dass die Kämmerei 25.000 Euro aus dem Haushalt zur Verfügung stellt. „Dieser Zuschuss soll zweckgebunden im Rahmen des Salzlandfestes für einen zusätzlichen Programmpunkt genutzt werden.“ Die Stadt wird beauftragt, mit dem künftigen Betreiber des Festes – das Interessensbekundungsverfahren läuft aktuell – Ideen dafür zu sammeln und zur Beratung in den Ausschuss zu bringen. Seit 37 Jahren werde das Salzlandfest durchgeführt. Jetzt sei es an der Zeit, Neues einzubringen, etwa ein Card-Rennen um den Postring, was es früher schon einmal gab. Bisher generiert das Rathaus Spenden, um den Eigenanteil für die Veranstaltung aufzubringen. Den Christdemokraten reicht das nicht. „Das Salzlandfest läuft, aber es läuft eben auch nur. Es fehlt etwas, das anziehend wirkt. Das ist unser Stadtfest. Das Fest auf dem sich Staßfurt als Stadt präsentiert.“ Da müsse man den Besuchern auch etwas bieten, meint Heike Schaaf. Ihre Fraktionskollegin Sabine Kost ergänzt, dass es der Veranstaltung wieder stärker gelingen müsse, jüngere Generationen anzusprechen.

Spargründe

Das Thema ist nicht neu. Die Stadt hat einst 50.000 D-Mark zum Fest dazu gegeben. Damit war mit den ersten Sparprogrammen Schluss. So erteilt Oberbürgermeister Sven Wagner auch gleich eine Absage. „Das ist eine freiwillige Aufgabe und die Stadt ist nicht in der Lage, das ihren Mitteln selbst zu stemmen.“ Finanz- und Kulturfachbereichsleiter Hans-Georg Köpper berichtet, dass die Kommunalaufsicht der Stadt die Auflage gestellt hat, ein „Konzept zur Sicherung der dauernden finanziellen Leistungsfähigkeit“ zu erstellen. Die Tilgung ihrer Kreditlast fordert die Stadt heraus. 2019 erwirtschafte man einen Überschuss von 81.000 Euro aus laufender Verwaltungstätigkeit. Aber 2,3 Millionen müssen für Kredite bezahlt werden. 25.000 Euro seien zwar eine kleine Summe. Aber mit der Forderung aus dem Kreis und den „tatsächlichen Erfordernissen“, den Etat zu sanieren, müsse es jetzt darum gehen, kleine Maßnahmen zu finden, damit das Erwirtschaftete einst ausreicht, um Kredite bedienen zu können und sogar zu investieren. Das, so Hans-Georg Köpper, sei eine Aufgabe die man nicht auf nächste Generationen schieben dürfe.

Genau diese Generationen hat auch Sabine Kost im Blick. „Man kann sich auch kaputt sparen.“ Die Späteren könnten genauso fragen, warum Verwaltung und Politik nicht dafür gesorgt hätte, dass die Stadt etwas zu bieten habe. Die Außenwirkung der Stadt werde nicht optimal präsentiert.

Das Geld ist das eine, der Zeitpunkt in den Augen der Stadt, das andere. Hans-Georg Köpper weist auf die laufende Ausschreibung hin. Man könne abwarten, wie der künftige Betreiber das Salzlandfest organisiere und dann in der Auswertung das Zuschussthema neu beraten.

Erwartungshaltungen

Auch Ralf-Peter Schmidt schaut auf die Zeit. Aber aus einem anderen Grund. Wenn die CDU nämlich den Antrag früher eingebracht hätte, und nicht erst jetzt in der Haushaltsberatung, wäre er vielleicht jetzt bereits im Etat verankert. „Gleichwohl muss es bei allem Haushalten einer Fraktion möglich sein, gestalterisch in die Haushaltsplanung einzugreifen“, sagt das Fraktionsmitglied der Unabhängigen Bürgervertretung von Staßfurt.

Ausschussvorsitzender Gerhard Wiest (Die Linke) sieht ein anderes Problem. „Mit den ersten Haushaltskonsolidierungsprogrammen hat die Stadt die Zuschüsse für das Fest eingestellt.“ Auch für andere Veranstaltungen und die Vereinsförderung. „Wenn wir zustimmen stellt sich die Frage, inwieweit wir Begehrlichkeiten wecken, die keine Grenzen kennen.“ Der Antrag sei begründet und ergebe in seinen Argumenten Sinn, allein das Geld sei nicht da. Ralf-Peter Schmidt und Neundorfs Ortsbürgermeister Klaus Maaß (Fraktion SPD/Grüne) begegnen dem. „Das Salzlandfest als Stadtfest für das Mittelzentrum hat eine andere Qualität.“ So könne man als Abgrenzung innerhalb von Debatten auch immer argumentieren, mein Ralf-Peter Schmidt. Ihm gefalle aber auch nicht, dass es für die Dorffeste in den Ortschaften ebenso keine Mittel gebe. Klaus Maaß sagt: „Die Orte haben Wege gefunden, ihre Feste zu finanzieren. Das ist kleinteiliger als das Salzlandfest.“ Allerdings müsse man in Staßfurt über Termine nachdenken. Das Salzlandfest liege dann richtig, wenn die meisten ihr Geld noch im Portmonee haben und entsprechend Kaufkraft mitbrächten. „“So ist das nun mal hier in der Region.“ Der Ausschuss votierte bei einer Enthaltung mit fünf Ja-Stimmen dafür, dass die 25 000 Euro zum Einsatz kommen. Der Rat muss noch entscheiden.