Staßfurt l Die Kulturfreunde fiebern dem Ende der Sommerpause im Staßfurter Salzlandtheater entgegen. Schon jetzt verspricht die beginnende Saison viele Höhepunkte in allen Genres. Auch Jennifer Herzog kann es kaum erwarten, in der Salzstadt loszulegen. Die Tanzpädagogin wird künftig die Tanzgruppen im Haus leiten. „Ich bin schon sehr gespannt auf die Teilnehmer in den Gruppen und auf die Begegnungen“, sagt die 34-Jährige.

Der Wechsel im Tanzangebot des Salzlandtheaters ist notwendig geworden, weil die bisherige Leiterin Kirstin Kunze mit dem Beginn der Sommerferien ihren Abschied genommen hat. Seit der Saison 2016/17 war sie als Tanzpädagogin für die Arbeit mehreren Gruppen verantwortlich. Die Quedlinburgerin verändert sich jetzt aber beruflich. Die Mutter zweier Kinder und an der Ballett-Akademie Nürnberg ausgebildete Künstlerin muss deshalb schweren Herzens ihre Tätigkeit hier aufgeben. „Das macht uns traurig und wir sind Kirstin Kunze zu großem Dank verpflichtet“, sagt Theaterleiter Stephan Czuratis. Ihr sei es gelungen, das Angebot der breit ausgerichteten Tanzpädagogik am Salzlandtheater aus der Taufe zu heben und erfolgreich aufzubauen. Rund fünf Kinder gehen in vier Gruppen ihrem Hobby nach. Sie lernen an den Probennachmittag alle Bereiche des Tanzes kennen – von Kindertanz, über Modern Tanz und Jazz bis hin zum klassischen Ballett.

Gesucht, gefunden

Die schulfreie Zeit hat der Theaterchef genutzt, um eine Nachfolgerin zu finden. Viele Gespräche wurden geführt, die Suche sei aufwendig gewesen, berichtet Stephan Czuratis. „Tanzpädagogen sind rar.“ In Jennifer Herzog habe er eine Nachfolgerin für die erfolgreiche Arbeit gefunden, die mit ihren Ideen und ihrer Aufgeschlossenheit sofort begeistert habe. Die junge Frau berichtet im Volksstimme-Gespräch, dass sie tanzt, soweit sie sich zurückerinnern könne. „Bereits von Kindesbeinen an: Das Bewegen war immer meine Sache!“ In ihrer Familie wurde es ihr so vorgelebt, man ließ Jennifer freie Bahn. Zunächst blieb der Tanz aber Hobby. Die gebürtige Berlinerin studierte in Magdeburg Soziologie sowie Berufs- und Betriebspädagogik. Im Uni-Sport widmete sie sich weiter dem Tanz. „Eines Tag kam jemand auf mich zu und sagte: Mensch, du machst das so gut. Möchtest du nicht selbst einen Kurs leiten?“ Jennifer Herzog ließ sich nicht zwei Mal fragen. Seit 2005 leitete sie in ihrer Wahlheimat eine Vielzahl von Projekten, gab auch Unterricht. Und sie lenkte ihre Leidenschaft schließlich in professionelle Bahnen. An der Weberschule in Düsseldorf absolvierte sie eine Ausbildung zur Tanzpädagogin. „Sehr gut“ steht auf ihrem Abschlusszeugnis aus dem Jahr 2012 vermerkt.

Bilder

Kennenlernen

Noch kennt sie ihre Gruppen persönlich nicht, aber als sie Staßfurt ihre Zusage gab, ließ sich Jennifer Herzog sofort Aufnahmen von Tanzaufführungen schicken. Die 34-Jährige will sich mit dem Beginn ihres Wirkens zuerst einen Überblick verschaffen und ihre Tänzer kennenlernen und „ein Gefühl füreinander“ bekommen. Ein Wechsel in der Leitung bedeute immer auch, dass man neu Vertrauen füreinander finden und die eigenen Arbeitsansätze behutsam vermitteln müsse.

Tanz als Sprache entdecken

Mit der Theaterleitung vertritt Jennifer Herzog die Auffassung, dass die Breite des Angebotes erhalten bleiben müsse. Doch das Ziel ihres Unterrichts kann die Pädagogin deutlich definieren. „Alle sollen den Tanz als Sprache für sich entdecken können.“ Sie wolle die professionelle Anleitung dazu geben, die Freude an der Bewegung und den individuellen Ausdruck der Tänzer zu vereinen. „Technik, aber auch Anreize in Bildern können den Kindern Zugänge verschaffen, sich tanzend zu artikulieren.“ Das alles erfordere aber auch Disziplin. „Damit hat Unterricht immer zu tun.“ Aber das wüssten die Tanzgruppen am Theater längst. Denkbar sind künftig auch Kooperationen mit der Theaterpädagogik, verrät Jennifer Herzog schon.

Die neue Personalie bringt auch Veränderungen in die Strukturen der Tanzpädagogik. Der Unterrichtstag wird künftig nicht mehr donnerstags, sondern montags sein. Geplant ist zudem, dass es eine zusätzliche Gruppe gibt. „Dabei bleibt das Prinzip bewahrt, dass die Kinder in ihren Altersklassen tanzen. Aber wir wollen, dass die Gruppen insgesamt nicht zu voll sind“, sagt Theaterleiter Stephan Czuratis. Die Eltern seien bereits den Wechsel und die neuen Zeiten informiert. „Das erfordert in vielen Familien wahrscheinlich Umplanungen, aber es ist aus terminlichen Gründen organisatorisch anders nicht möglich.“

Elternabend

Jennifer Herzog stellt sich den Staßfurtern bei einem Elternabend vor. Er beginnt am 7. August um 18 Uhr im Theater. Dabei gibt es auch Informationen zum Unterricht und der Gruppenstruktur. Eingeladen sind dann aber nicht nur die Eltern der Kinder, die bereits mittanzen, sondern auch alle anderen Interessenten für die Tanzpädagogik.

Informationen dazu gibt das Büro des Salzlandtheaters, per Telefon (03925/320018) oder per E-Mail (tanzen@salzlandtheater.de).