Staßfurt (dw) l 7 294 197 Mal haben sich Zuschauer auf Youtube, dem Kanal im Internet, Anna Fedorovas meisterhafte Interpretation von Sergej Rachmaninoffs zweiten Klavierkonzert angesehen. Dagegen ließ die Besetzung der Reihen im Staßfurter Salzlandtheater Sonnabend zu wünschen übrig. Die Zuhörer, die das zweite Konzert von „Klänge im Raum“ nicht verpassen wollten, erlebten dafür aber einen furiosen Abend unter der Überschrift „Zwischen Romanze und C-Dur“ mit Schubert und Rachmaninoff. 40 Minuten dauert das Klavierkonzert des Russen. Anna Fedorova beherrscht den Koloss nicht nur virtuos und konzentriert. Sie atmet die Musik und lebt die Spannungsbögen, die Sergej Rachmaninoff gleichsam wie einen emotionalen Code zwischen den Noten versteckt hat.

Mit Gerard Oskamp hat die junge Pianistin vor einem halben Jahr bereits das dritte Klavierkonzert gespielt. Nebenbei: Auch das findet man im Internet. Jetzt die Fortsetzung. Anna Fedorova hat sofort zugesagt, ins Salzland zu kommen, obgleich inzwischen die Bühnen der Welt ihr Zuhause sind. Der musikalische Leiter beschreibt, was das gemeinsame Musizieren ausmacht, Gerard Oskamp ist ganz angetan von der Zusammenarbeit. „Nach der ersten Probe haben wir uns alle angeschaut und das Gefühlt gehabt, wir haben das schon zehn Mal gemacht.“ Dieses musikalisch auf einer Wellenlänge liegen war im Konzert ununterbrochen zu spüren.

In dessen zweiten Teil stand Franz Schuberts „Große Sinfonie“ auf dem Programm. „Man muss ein sinfonisches Gegengewicht zum Klavierkonzert schaffen.“ Ein Tschaikowsky wäre passend gewesen, meint Gerard Oskamp. Doch der übersteige die Besetzung derPhilharmonie. Mit Schuberts Sinfonie habe man gewissermaßen den Kontrapunkt gefunden - passend und doch selbständig. Und das Orchester hat sich damit einen lang gehegten Repertoirewunsch ganz ernsthaft erfüllt. Das hat der Zuhörer gemerkt. Die Philharmonie überzeugte auf ganzer Strecke durch brillantes, technisch perfektes und ausgewogenes Musizieren.