Brumby l Die Stadt Staßfurt hatte sich um Fördermittel zum energetischen Umbau im Wert von rund drei Millionen Euro beworben. Allerdings geht die Einrichtung dabei wieder leer aus. Das berichtete auch verärgert Oberbürgermeister Sven Wagner (SPD) bei der letzten Stadtratssitzung. Die Stadt hatte sich mit der Kita bei dem Förderprogramm des Bundes „Kinderbetreuungsfinanzierung“ beworben, der Salzlandkreis sammelte alle Bewerbungen aus der ganzen Region und setzte eine eigene Prioritätenliste auf. Dort machte die Kita allerdings nur den aussichtslosen Platz 16. Schon damit war der Oberbürgermeister nicht einverstanden – er legte eine offizielle Beschwerde beim Salzlandkreis ein.

Aber die Geschichte ging noch weiter. Richtig empört berichtete Wagner dann im letzten Stadtrat: Die Stadt habe nun ein Schreiben erhalten, dass sie 44 000 Euro Förderung aus dem Programm bekommen könne und solle doch mal prüfen, ob sie 2,5 Millionen Euro als Eigenanteil selbst zahlen könne. „Das ist sehr viel Geld und überhaupt nicht im Haushalt eingeplant“, kommentierte Wagner empört im Stadtrat und sah das Schreiben nahezu als Hohn an. Denn bei der klammen Stadtkasse in Staßfurt „können wir nur investieren, wenn der Großteil der Kosten durch Fördermittel übernommen wird“.

Geld für die falsche Kita

Zumal die 44 000 Euro, die der Stadt kaum eine Hilfe wären, gar nicht für die Kita Brumby vorgesehen sind. Sondern für die Kita „Leopoldshaller Spatzennest“. Denn für das Förderprogramm hatte die Stadt auch die Kitas in Löderburg und in Staßfurt angemeldet, allerdings nachrangig. „Wir hatten die Priorität eigentlich in Brumby gesetzt“, so Wagner.

Ortsbürgermeister Peter Rotter (CDU) allerdings gibt dem Oberbürgermeister auch die Schuld an dem „sehr ärgerlichen“ Dilemma, dass die Kita Brumby wieder leer ausgeht und dafür viel zu wenig Geld für das „Leopoldshaller Spatzennest“ zur Verfügung steht. „Da hat die Stadt mal wieder in ihrer unendlichen Weisheit zu viele Kitas für das Programm angemeldet“, sagte er der Volksstimme. „Je weniger Kitas eine Stadt bei so einem Programm anmeldet, desto größer ist doch die Chance, dass sie begünstigt wird“, so Rotters Interpretation. Auch er habe dem Salzlandkreis signalisiert, dass in Brumby eine Sanierung dringend ist.

Dennoch, so Rotter, will der Ortschaftsrat Förderstedt weitere Förderquellen für die „Teichspatzen“ suchen. Auch wenn man sich nach mehreren erfolglosen Versuchen langsam „verklapst“ fühle.