Hohenerxleben l 250 Bäume mit einem Stammdurchmesser von 30 bis 50 Zentimeter werden gefällt. Auch zwei sehr alte Bäume mit einem Durchmesser über einen Meter. Voraussichtlich kommen noch drei bis vier „alte Bäume“ hinzu.

Ein erwarteter Aufschrei blieb aus unter den etwa 40 Einwohnern, die bereits zu einer dritten Infoveranstaltung zur Gestaltung des Parks eingeladen waren.

Von Überwucherung betroffen

Sigrun Därr erklärte, warum die Bäume in solchen Größenordnungen „entnommen“ werden, wie sich die Landschaftsplanerin aus Halle ausdrückte. „Das Areal ist von Überwucherung betroffen. Wir wollen Altbäume freistellen, die durch Wildwuchs unter Druck geraten sind.“ Dabei habe man Totholz und geschädigte Altbäume im Blick, die durch mangelnde Pflege und Stürme in Mitleidenschaft gezogen sind.

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Die Planerin versicherte, dass auch nach Beginn der Arbeiten mit Hilfe eines Hub-steigers jeder betroffene Baum auf Bewohner kontrolliert und dann entschieden werde, ob die Arbeiten jetzt stattfinden oder im Herbst fortgesetzt werden.

Günter Roddewig vom Fachdienst Planung, Umwelt und Liegenschaften der Stadt informierte, dass diese Arbeiten an die Winterperiode gebunden seien, also bis Ende Februar, mit Ausnahmen auch länger. Sie würden von einer ökologische Bauüberwachung begleitet. Auch er unterstrich, dass durch den Park nicht „mit brachialer Gewalt durchgegangen“ werde.

Start am Schlosshang

Geplant ist, die Baumfällarbeiten dieser Tage zu beginnen. Der erste Abschnitt ist dem Schlosshang gewidmet.

Ein Ziel ist auch, Sichtachsen zu schaffen. Der Blick von oberhalb des Denkmals über die Bode beispielsweise sei „als schönste Aussicht der Welt“ beschrieben worden, zitierte Roddewig ein Mitglied der einstigen Schlossbesitzer von Krosigk.

Dazu bemerkte Gerhard Gaberle, wo konkret die Sichtachsen denn enden sollen, an der Autobahn oder den Windrädern? „Klar wird man Autobahn und Windräder sehen, aber wir arbeiten am Denkmal zum Beispiel auch mit Hintergrundbepflanzung“, reagierte Heike Tenzer vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie. Es seien noch Strukturen vorhanden.

Sichtachse vom Denkmal aus

Sigrun Därr nannte als Beispiel einer Sichtachse den von Roddewig beschriebenen Blick vom Denkmal auf drei einzeln stehende Eichen an der Bode.

Sie versicherte, dass große Eschen auch nicht um jeden Preis gefällt werden, nur weil dadurch vielleicht die Sicht frei würde. Auf die Frage von Jürgen Daumann, ob denn auch was Neues gepflanzt werde, entgegnet die Landschaftsgestalterin, dass die Eichenallee entlang des Hauptweges nicht nur erhalten sondern auch vervollständigt werden soll. Die nachzupflanzenden Bäume hätten einen Stammdurchmesser von 16 bis 18 Zentimeter.

Ob auch alte Bäume liegenbleiben würden als Lebensraum, wollte Stadtrat Fred Hänsel wissen. „Es wird genügend Rückzugsmöglichkeiten geben“, sagte Sigrun Därr, „Vielleicht auch Platz für Benjes-Hecken.“

Teich entschlammen

Ein Hauptaugenmerk der Parkgestaltung liegt auf der Wiederbelebung des Teichs zwischen Hauptweg und Bode. Der soll im Sommer entschlammt, die drei Zu- beziehungsweise Abflüsse sollen wieder in Gang gebracht werden. Nicht zum Denkmalbereich gehöre der obere Park, erklärte Günter Roddewig. Es werde insgesamt auch Stellen geben, die aus finanziellen und ökologischen Gründen nicht angefasst würden.

Als letzte Maßnahme wird der R1 saniert – bis 2021 muss das zu 100 Prozent geförderte 1,9-Millionen-Euro-Projekt insgesamt abgerechnet sein. Der Hauptweg wird asphaltiert, der am Teich mit wasserabweisendem Material angelegt.

Inbegriffen der „Wald-Ersatz“, der bei Athensleben auf einer Fläche von knapp einem Hektar angelegt wird.

Das Holz der gefällten Bäume geht in das Eigentum der Firma über.