Löderburg/Staßfurt l Dass die Bauarbeiter Detlef Klaus und Patrick Siebold seit Montag, 26. August, in der Drachenschwanzstraße in Löderburg arbeiten, ist ein gutes Zeichen. „Hier muss ein komplett neuer Schacht gegraben werden für das Rohr, in das dann das Glasfaserkabel eingeblasen wird. Denn hier liegt bisher noch nichts an“, sagt Detlef Klaus. Er schaufelt in einem neuen Schacht, den sein Kollege mit dem Bagger gerade aushebt. Die Internetkabel vor Ort verlaufen bisher nur von der Ortsmitte bis zur Brücke und Richtung See. Daher zweigen die Bauarbeiter jetzt von hier aus einen neuen Schacht ab, der in Richtung Süden durch die Drachenschwanzstraße führt.

Eigentlich sollten in Straßen wie der Drachenschwanzstraße gar keine Bauarbeiter erscheinen. Hintergrund war ein kompliziertes Verfahren um Fördermittel, das es für den Internetausbau in Löderburg von Bund und EU gibt.

Großer Bedarf

Die Anwohner vieler Straßen im Ortskern von Löderburg hätten eigentlich Pech gehabt und trotz großer Internetoffensive keinen schnellen Anschluss bekommen. Bürger hatten sich deshalb mehrfach beschwert, da sie in der Beziehung vernachlässigt wurden. Bei einer Infoveranstaltung am Löderburger See registrierte der Internetanbieter ClasCom großen Bedarf im Ort.

Heute gibt es einen neuen Stand: „Wir haben uns das Ziel gesetzt, den ganzen Ort Löderburg auszubauen“, sagt Christian Schüler von der Stadtverwaltung Staßfurt. „Und es sieht momentan auch so gut aus, dass wir das schaffen könnten.“ Im besten Fall könne in „Löderburg jeder Haushalt einen Glasfaseranschluss erhalten“, so auch Oberbürgermeister Sven Wagner kürzlich dazu.

Der Internetanbieter GlasCom hat sich vor kurzem in Zusammenarbeit mit der Stadt Staßfurt und dem Salzlandkreis bereit erklärt, auch schnelle Internetkabel in Straßen von Löderburg zu verlegen, die bisher vom Förderprogramm ausgeschlossen waren. Voraussetzung: Möglichst viele Anwohner pro Straße wollen den schnelleren Anschluss. Je nachdem wie Kabel und Schächte verlaufen – wenn ein Großteil der Haushalte in einer Straße sich dafür bei der GlasCom anmeldet, wird der Ausbau für das Unternehmen auch ohne Fördermittel wirtschaftlich sinnvoll.

Frist läuft ab

Dafür gilt jetzt die Frist 30. September: „Interessenten können unsere Beratungsangebote im Löderburger Büro (Breite Straße 20, dienstags 13 bis 18 Uhr) nutzen. Die Entscheidung, ob und welche ungeförderten Bereiche in Löderburg wir erschließen, fällt im Herbst dieses Jahres“, erklärte Firmensprecher Frank Sieweck bereits im Juli dazu. Der Anschlusspreis ist für alle gleich.

Laut Christian Schüler von der Stadtverwaltung sei es wichtig, dass die Löderburger das Angebot auch untereinander bekannt machen. Je mehr Anwohner sich melden, desto wahrscheinlicher ist es, dass aus dem unschönen „Sonderfall“ Löderburg in Sachen Internet ein Glücksfall wird.

„Im Bereich Drachenschwanzstraße und Breite Straße ist bereits jetzt klar, dass dort auch ohne Förderung ausgebaut wird“, erklärt Christian Schüler. „Für den Bereich östlich der Drachenschwanzstraße und den Bereich unterhalb der Breiten Straßen müssen wir noch etwas Werbung machen, aber auch dort gibt es bereits einige Interessenten.“ Auch im östlichen Bereich des Ortskerns sei der Zuspruch gut.

Verschiedene Gebiete

Die Stadt unterscheidet in Löderburg mehrere Bereiche: Der Bereich, wo der Salzlandkreis Fördermittel vergibt, wie Neustaßfurter, Bergmann-, Kolonie-, Thiestraße oder Am Wasserturm. Dort ist durch die Fördermittel zweitrangig, wie viele Bürger sich als Kunden binden lassen. 211 Anschlüsse sind dort bereits fertiggestellt.

Und der Bereich, wo keine Fördermittel fließen und die GlasCom möglichst viele Kunden braucht: Oberhalb des Kirchplatzes und der ganze Ortskern von Langer Straße bis Friedrich-Wolf-Siedlung, von Karlstraße bis Külz-Straße. Einzige Ausnahme im Ortskern sind die 348 Haushalte in den Wohnblöcken der Umland in der Karl- und Friedensstraße, wo bereits schnelle Internet von der Primacom anliegt.

Die Salzlandkreisverwaltung, die im Landkreis in vielen Orten den Internetausbau über Fördermittel organisiert, lobt solche „Glücksfälle“, wenn Unternehmen über die Förderung hinaus ausbauen. Solche Synergien und Vorteile für die Anwohner waren vor dem Start des Internetausbaus gar nicht absehbar gewesen.

Die Stadt Staßfurt erinnert nochmal an die Frist für die Löderburger: Bis 30. September müssen sich die Hausbesitzer und Anlieger, die im Ortskern schnelles Internet haben wollen, bei der GlasCom gemeldet haben.