Staßfurt l Da staunten die Hundesportfans aus Staßfurt nicht schlecht: Ihre Anlage wurde tatsächlich bei einer Internetversteigerung angeboten, sie selbst wussten gar nicht davon. Durch ihre flexible Reaktion konnten sie aber mitbieten für die Hundesportanlage am Strandsolbad, die sie schon lange pachteten, aber nie besaßen.

Schon länger Kaufinteresse

Doch zurück zum Anfang der schönen Geschichte: Die Mitglieder der Ortsgruppe Staßfurt des Vereins für Deutsche Schäferhunde, der regelmäßig Wettkämpfe und Prüfungen im Hundesport durchführt, wollte die Anlage immer schon haben. Das Vereinshaus ist bereits im Besitz des Vereins, die 20 Hundeboxen und die Vorrichtungen für den Hundesport hatte man gehegt und gepflegt. Nur für das Grundstück zahlte man jedes Jahr 500 Euro Pacht an das Bundesamt für Immobilien, das das Gelände bis vor kurzem hielt.

„Schon vor zwei Jahren hatten wir an das Bundesamt einen Kaufantrag gestellt“, erzählt Vorsitzender Gerald Barthel die Geschichte um das Grundstück. Damals war der geforderte Preis den 20 Mann im Verein aber einfach zu teuer.

Versteigerung im Internet

Dann wurde es eine Weile still um die Sache, bevor die Redaktion der Staßfurter Volksstimme das Objekt auf einem Immobilienportal im Internet entdeckte und Gerald Barthel fragte, was denn da los sei. Gerald Barthel staunte nicht schlecht als er vom Verkaufsangebot im Internet hörte, gerade bereitete er die nächste offizielle Veranstaltung vor.

Das Grundstück sollte tatsächlich in Berlin versteigert werden. „Dann musste es schnell gehen. Wir haben ein paar Sportfreunde zusammengetrommelt, einer vom Vorstand ist gleich aus dem Urlaub zurückgekommen.“ Man war sich einig: Man darf sich das Objekt jetzt nicht nochmal entgehen lassen. Wer weiß, was sonst damit wird. Bei einem Mindestgebot von 5000 Euro hatte sich der Vereine 15.000 Euro als Obergrenze gesetzt. Die Mutter des Vereinsvorsitzenden bot als „Strohmann“ im Internet mit, in der Nacht der Auktion saßen die Sportfreunde gespannt vorm Computer. Als plötzlich ein Unbekannter mitbietet, bleiben die Hundefreunde dran und kaufen die Anlage schließlich für 24.200 Euro.

Mit dem „Strohmann“ hat der Verein eine Ratenzahlung vereinbart. „Es war zwar mehr als wir ausgeben wollten, aber wir sind so froh, dass wir das Gelände endlich haben“, sagt Gerald Barthel. Jetzt kann man sich in Ruhe auf die nächsten Termine vorbereiten - als stolzer Besitzer einer eigenen Anlage (Termine: 17. März Prüfung, 24. März Körung, 21./22. April Landesqualifikation deutsche Meisterschaft).