Staßfurt l Die Ferien waren nicht nur für Schüler und Lehrer erholsam. Auch Anwohner von Schulen haben die sechs Wochen genossen.

Wie Torsten Meyer. Er wohnt in der Nachbarschaft des Staßfurter Gymnasiums und hat nur einen Wunsch: Die Eltern oder Großeltern, die ihre Kinder oder Enkel mit dem Auto zur Schule bringen müssen, sollten sich doch bitte an die Verkehrsregeln halten. Denn: „Da werden die Zufahrten blockiert rund um den Königsplatz, wo vielfach Halteverbot herrscht.“ Wer zwischen 7.15 und 7.30 Uhr zur Arbeit muss, habe schlechte Karten.

„Am Nachmittag bei Schulschluss ist es mitunter noch schlimmer. Denn dann stehen die Fahrzeuge noch länger im Halteverbot. Teilweise sogar auf den Fußwegen“, muss der Anlieger nun wieder tagtäglich erleben. Er habe ja Verständnis, wenn Kinder umsorgt werden. Aber das ende offensichtlich schon damit, dass niemand an die Abgase denkt, denen die Schüler von ihren eigenen Eltern verstärkt ausgesetzt werden.

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Die Gründe, warum der „Eltern-Express“ bis vor die Schulpforte so beliebt ist, sind vielfältig. Wer von außerhalb kommt, muss mitunter eine Stunde früher aufstehen als die Staßfurter. Mit dem Privat-Pkw wird der Schulweg zeitlich immens verkürzt. „Unsere Tochter kann eine halbe Stunde länger schlafen, wenn ich sie fahre“, erklärt ein Vater aus Hohenerxleben, der allerdings in einiger Entfernung von der Schule Parkmöglichkeiten nutzt, von denen es auch zu den Stoßzeiten ausreichend gibt. „Und wenn‘s mal ganz knapp wird, fahre ich ausnahmsweise auch mal bis vor die Schule“, gibt der Papa zu und wirbt auch für solche Situationen um Verständnis. „Der Halt dauert dann aber auch wirklich nur eine Sekunde.“

Busse voll

Vielen sind die Busse am Morgen zu voll. Manch Staßfurter wiederum muss den Schulbus bezahlen, weil seinem Wohnort vielleicht ein paar Meter zum Entfernungs-Limit und damit für die Freifahrt fehlen. Und so kurz ist der Weg von der Concordiastraße in Leopoldshall beispielsweise hoch zum Königsplatz nicht.

An der Schule ist das „Eltern-Taxi“ immer wieder Thema. „Auch wir als Schulelternrat versuchen, die Eltern darauf hinzuweisen, dass sie ihre Kinder nicht bis vor die Schultür fahren“, sagt Corinna Trautewig, Vorsitzende der Elternvertretung, „Wir können niemandem etwas verbieten, aber appellieren immer wieder an die Vernunft.“ Das geschehe auch mit den Eltern der neuen Schüler. Schulbus oder Fahrrad seien auf jeden Fall meist eine gute Alternative zum Auto.

Steffen Schmidt, Leiter des Dr.-Frank-Gymnasiums, wird das Thema für die anstehenden Klassen-Elternabende aufrufen. Zudem will er den Oberbürgermeister um Amtshilfe durch das Ordnungsamt bitten, wenn es mit dem Verständnis nicht klappt. Immerhin: „Inzwischen gibt es Eltern, die auf ihre Kinder in der Sodastraße beziehungsweise im westlichen Teil der Stadtbadstraße warten. Auch an der östlichen Seite des Königsplatzes ist eine entspannte Situation mit freien Parktaschen für die Abholung der Kinder gegeben.“

Derweil kündigt das Polizeirevier Salzland für die nächsten Wochen verstärkt Schulwegkontrollen durch seine Regionalbereichsbeamten an. „Gleichzeitig werden auch vermehrt Geschwindigkeitskontrollen im Bereich von Schulen durchgeführt“, verrät Reviersprecher Marco Kopitz. Er bedauert: „Leider ist es zum Schulbeginn bei sehr vielen Schulen so, dass Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen und es dadurch zu Behinderungen des Verkehrs kommt.“ Halten im absoluten Halteverbot, oder in zweiter Reihe sei keine Seltenheit.

Auf Fehlverhalten hingewiesen

In erster Linie werde während der Schulwegüberwachung seitens der Regionalbereichsbeamten das Gespräch mit den Eltern gesucht und dabei auf das Fehlverhalten hingewiesen. „In einigen schweren Fällen wird der Verstoß auch mit einem Ordnungsgeld geahndet“, so Kopitz. Hilfreich sei auf jeden Fall, wenn Schulen im Rahmen von Elternabenden oder durch Klassenlehrer auf diese Probleme hinweisen.

Und auch die Polizei setzt auf das Verständnis, alternative Transportmöglichkeiten wie Schulbus oder Fahrrad zu nutzen. „Da in den Bereichen vor Schulen zumeist nur beschränkte Parkmöglichkeiten zur Verfügung stehen, sollten Eltern ihre Kinder nach Möglichkeit nicht mit dem Auto zu Schule bringen“, rät Marco Kopitz, „Das Auto kann aber auch in einiger Entfernung sicher abgestellt werden. Gemeinsam kann dann mit dem Kind der restliche Weg bis zur Schule gelaufen werden.“

Die Vorteile dabei: „Während solcher Schulwegbegleitungen erhalten Eltern auch einen Einblick in das Verhalten ihres Kindes im Straßenverkehr und können gegebenenfalls regulierend eingreifen. Das wiederum festigt ein sicheres Verhalten im Straßenverkehr.“

Noch einen Tipp hat der Pressesprecher parat: „Kinder mit dem Fahrrad können bis zum 8. Lebensjahr auf dem Fußweg durch eine Begleitperson mit dem Fahrrad begleitet werden. Somit kann diese Person immer Einfluss auf das Kind nehmen.“