Egeln l Den akuten Lehrermangel an der Ganztagsschule Egeln, der zu einer Menge Unterrichtsausfall geführt hat, will das Landesschulamt so schnell wie möglich beseitigen. Das erfuhren die Mitglieder des Ausschusses für Kultus und Soziales der Verbandsgemeinde Egelner Mulde Dienstagabend bei ihrem Besuch im Schulzentrum Egeln.

Mutterschutz und Krankschreibung

„Die Unterrichtsversorgung in der Gemeinschaftsschule Egeln ist seit Beginn des Schuljahres 2019/2020 durch unvorhersehbare Verhinderungen von Lehrern belastet. In Folge eines Sterbefalls, von Beschäftigungsverboten infolge Mutterschutzes sowie längerfristige Erkrankungen stehen Lehrer nicht zur Verfügung, die eigentlich für die Schule geplant sind“, teilte die Abteilungsleiterin Bianca Bär auf Anfrage der Staßfurter Volksstimme mit. Dies führe leider zunächst zu Unterrichtsausfällen bis Gegenmaßnahmen wirken. Diese seien die Einstellung eines Lehrers für eine verstorbene Kollegin, die Einstellung von befristeten Mitarbeitern für eine im Mutterschutz befindliche sowie einen langzeiterkrankten Lehrer. Darüber hinaus sollen Lehrer fachfremd über ihre Lehrbefähigung hinaus auch Unterricht in anderen Fächern geben, um die Grundversorgung an der Schule sicherzustellen.

Bär: „Wir gehen davon aus, dass es fortschreitend gelingt, durch diese Maßnahmen den Unterrichtsbetrieb an der Gemeinschaftsschule in Egeln wieder zu stabilisieren.“

Diese Aussage bestätigte der Schulleiter John Dauert, der fast täglich mit dem Landesschulamt in Verbindung ist und von vier Seiteneinsteigern sprach, die nach Egeln kommen werden. „Sich auf 13.05 oder 14.10 Uhr umzustellen, wird für einige ein harter Kampf“, sagte Dauert unter Hinweis auf den bald wieder möglichen normalen Unterrichtsschluss.

Weiter unterschreiben

Dennoch sollte die von den Eltern initiierte Unterschriftenaktion gegen den Lehrermangel, die bis zum Monatsende läuft, weiter geführt werden, empfahl der Verbandsgemeinde-Bürgermeister Michael Stöhr (UWGE).

Dauert hatte die Egelner Schule im Juni übernommen. Da sei er auf sehr engagierte und motivierte Kollegen und motivierte Schüler getroffen, sagte er und stelle erfreut fest: „Überregional wird über die Egelner Schule neutral gesprochen, was positiv ist.“ Die Zusammenarbeit mit dem Leiter des Dr. Frank-Gymnasiums Staßfurt, Steffen Schmidt, funktioniere. „Wir versuchen auch da die Kooperation noch besser auszubauen“, sagte Dauert, der auch Interesse an einer guten Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde hat.

Wie der Schulleiter berichtete, war er bei allen drei Grundschul-Leiterinnen in der Egelner Mulde. „Das Misstrauen ist ausgeräumt“, sagte er in Anspielung auf den Wechsel von 16 Schülern der Grundschule Wolmirsleben, die nach der vierten Klasse nicht zur Ganztagsschule nach Egeln, sondern zur Hermann-Kasten-Schule Staßfurt gegangenen waren. Das hatte bei den Kommunalpolitikern Ängste heraufbeschworen, die Ganztagsschule eines Tages ebenso wie das Gymnasium verlieren zu können.

Dauert kann sich die Einführung von Schnuppertagen an seiner Schule vorstellen, um den Wechsel zu erleichtern.