Schneidlingen l Steine, Motoren, Sensoren – all das sind Bestandteile des „EV3“; und das wiederum ist ein Lego-Roboter, den Schüler einer Arbeitsgemeinschaft an der Schneidlinger Sekundarschule „Leben lernen“ zum Leben erweckt haben. Der „EV3“ präsentiert sich im Moment schon ziemlich flott. Mit einer Steuerung überwindet er Hindernisse, düst über einen Parcours. Die Jugendlichen sind voll Eifer dabei. Ohne Aufforderung wird berichtet, was sie alles machen. Mit Hilfe einer speziellen Software werden Programme erstellt, erklären sie, dass das gar nicht so schwierig ist. Wenn man so wolle, seien die Programme das Gehirn des Roboters, erklärt Kursleiterin Claudia Euler. Sie und ihre Kollegin Katrin Gerling betreuen die Arbeitsgemeinschaft in Schneidlingen von Anfang an. Die Frauen arbeiten für ein Softwareentwicklungsunternehmen in Magdeburg und tüfteln regelmäßig mit den Teilnehmern der Arbeitsgemeinschaft.

Experten

„Das hier ist schon der Expertenkurs“, berichtet Katrin Gerling, dass im Vorfeld Basiswissen vermittelt wurde. Das Fahrzeug sei entsprechend der Anleitung gebaut worden. Ein jeder habe die Grundschritte der dafür nötigen Programmierung erlernt. Das sei bei allen, die dabei waren, so gut angekommen, dass ein jeder beschlossen habe, weiter zu machen. Mittlerweile sind die Jungen der Arbeitsgemeinschaft und ein Mädchen, das als einzige ebenfalls mitmacht, schon ziemlich geübt. Das technische Handwerk sitzt. „Mittlerweile ist Kreativität, gefragt. Man kann sich ausprobieren und neue Funktionen hinzufügen“, erklärt Katrin Gerling. Sie ist damit bestens vertraut. Die Computerexpertin betreut zwei weitere Teams an anderen Schulen. Und alle werden an einem Wettbewerb teilnehmen. Die Rede ist von der First Lego-League am 13. Januar in Magdeburg. Dann fährt auch das Team aus Schneidlingen mit seinem „EV3“ zum Tunrier, um zu zeigen, was ihr „Baby“ alles drauf hat. Das besondere an der Roboter-Gruppe ist außerdem, dass die Mitwirkenden verschiedenen Alters gemeinsam Hand in Hand arbeiten, klassenübergreifend.

„Das ist hier einfach absolut fantastisch“, ist Technik-Lehrer Andreas Jörke von dem Projekt begeistert. Als er erklären will, wie man sich das Programmieren mit der Software vorstellen muss, steht sofort ein Schüler neben ihm, der das übernehmen möchte. Der Lehrer kommt aber dann doch noch dazu, ein bisschen was zu erläutern. „Das Programmieren passiert auf einer grafischen Oberfläche. Es ist einfach und toll“, so Jörke. Und auch im Unterricht sei das Wissen von Vorteil. In der Arbeitsgemeinschaft hält sich der Pädagoge aber nur im Hintergrund auf. Es scheint, als wäre er ein stiller Beobachter. Die Schüler haben hier freie Hand“, kann Jörke aber versichern, dass die Zusammenarbeit super funktioniert.

Bilder

"Robo-Cup"

Möglich gemacht hat das Projekt eine Förderung der Wirtschaftsjunioren des Salzlandkreises. Die Junioren finanzierten die Anschaffung der Technik. Diese Förderung habe sich auf jeden Fall gelohnt, herrscht in Schneidlingen Einigkeit. Schüler, Lehrer und Kursleiter können das bestätigen. Jetzt hoffen alle, auf einen Erfolg in Magdeburg, wenn der „EV3“ sich seiner Konkurrenz stellt. Katrin Gerling ist jedenfalls überzeugt, dass allein schon das Erlebnis der Teilnahme begeistert, weiter an dem Hobby festzuhalten. Sie selbst kommt ebenfalls nicht mehr davon los. Seit 17 Jahren ist sie im „Lego-Roboter-Fieber“. Damals an der Uni habe alles angefangen, erzählt sie. Sogar schon beim „Robo-Cup“ in Atlanta war sie 2007 dabei. Die Lego-League ist aus ihrer Sicht eine super Gelegenheit, zu zeigen, wie interessant Wissenschaft und Technik sein können. In Schneidlingen ist diese Botschaft bereits angekommen. „Das Programmieren macht echt Spaß“, kann Nico aus der 7. Klasse auf Anhieb sagen, was ihn an der Arbeitsgemeinschaft begeistert.