Staßfurt l Mit 30 Ja-Stimmen und bei einer Enthaltung hat der Staßfurter Stadtrat den Plänen aus dem Rathaus zugestimmt, Fördermittel für die Sanierung der Grundschule Nord sowie eines Mehrzweckgebäudes auf dem Schulhof beim Land zu beantragen. Das gesamte Bauvorhaben soll rund 4,2 Millionen Euro kosten. Die Verwaltung hofft, im Rahmen des Stark-III-Programms zur energetischen Ertüchtigung öffentlicher Gebäude einen Zuschuss von rund 2,4 Millionen Euro generieren zu können. Wird dem Antrag aus Staßfurt, der jetzt vorbereitet wird, in Magdeburg zugestimmt, muss die Stadt einen Eigenanteil von rund 1,8 Millionen Euro aufbringen.

Die Mädchen und Jungen der Grundschule Nord nutzen heute das Gebäude der ehemaligen Lenin-Schule. Im Rahmen der energetischen Sanierung sollen hier Fassade, Dach, Fenster, Außentüren, Heizung, Elektronik und Beleuchtung auf einen modernen Standard gebracht werden. Daneben wird es bei der allgemeinen Sanierung darum gehen, einen zweiten Rettungsweg zu schaffen, Innentüren zu erneuern, Unterdecken einzuziehen, Fußböden und Sanitäranlagen neu zu machen.

Zwei Anträge für zwei Gebäude

Teil des Sanierungsvorhabens ist neben dem Schulgebäude selbst aber auch das Mehrzweckgebäude auf dem Schulhof. Die Stadt erklärt, dass aus Kapazitätsgründen nicht auf dieses Haus verzichtet werden könne. Das städtische Gebäudemanagement hat dazu im Vorfeld geprüft, ob der Innenhof der Schule ausgebaut werden kann. Dann allerdings wäre die Sanierungsfläche insgesamt so groß geworden, dass es keine Fördermittel bereitgestellt werden würden und die Stadt alles aus eigener Tasche bezahlen müsste. Zudem könnte man aus Gründen der Belüftung und der natürlichen Beleuchtung nur eine Etage ausbauen. Die Experten raten davon ab und sagen, dass man aus genannten Gründen das Mehrzweckgebäude mit berücksichtigen müsse. Hier findet Unterricht statt, es gibt Platz für Förderangebote und die Essensversorgung. „Die erforderliche Unterrichtsfläche, die das Mehrzweckgebäude bietet, ist an keiner anderen Stelle des Schulstandortes zu kompensieren.“ Die Stadt berichtet, dass dementsprechend zwei Anträge gestellt werden sollen. Der bauliche- und bauphysikalische Zustand beider Gebäude wurde begutachtet und fand in der Kostenermittlung Würdigung. Die Kostenermittlung basiere auf vorhandenen Flächen unter Berücksichtigung der baulichen Zustände und der Umhüllungsflächen für die energetische Sanierung. In Zahlen: Energetische und allgemeine Sanierung des Mehrzweckgebäudes kosten zusammen rund 1 Million Euro. Beim Schulgebäude sind es rund 3,2 Millionen Euro.

Mit den jetzt angeschobenen Planungen und Fördermittelanträgen setzt die Stadt ihr Engagement bei der Schul- und Kitasanierung fort. Das Rathaus betont immer wieder, dass die Bauarbeiten nur mithilfe von Finanzspritzen bezahlt werden können. Alles allein aus der Stadtkasse zu finanzieren, dazu sei man nicht in der Lage. Dementsprechend wichtig sei es, über detaillierte Projektbeschreibungen Fördermittel zu akquirieren.

Zusammenarbeit mit dem Landkreis

In Neundorf wird derzeit die Kindertagesstätte „Pusteblume“ saniert. Inzwischen ist auch der Förderbescheid für die energetische Sanierung der Ludwig-Uhland-Grundschule da. Hier plant das Gebäudemanagement jetzt, welche zeitlichen Abläufe die Arbeiten haben sollen und wie der Unterricht unter den Einschränkungen durchgeführt wird. Für die Kindertagesstätte „Bergmännchen“ in der Salzstadt läuft die Beantragung von Mitteln aus dem Land. Bereits 2012 hat der Stadtrat den Grundsatzbeschluss gefasst, über Stark III auch die Grundschule Nord zu erneuern. Von Beginn an hat die Politik auch den Willen bekundet, mit dem Landkreis zusammen zu arbeiten, der als Träger die Erneuerung seiner Hermann-Kasten-Schule am gemeinsamen Schulstandort Nord vorsieht. Stadt und Kreis haben dazu eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet.