Staßfurt l Spätestens im Januar 2019 werden die Kameras eingeschaltet. Dann startet die Videoüberwachung der Staßfurter Bahnhofsbrücke durch die Stadt. „Die Videos werden nur angesehen, wenn es zu Straftaten und Sachbeschädigungen gekommen ist“, so Oberbürgermeister Sven Wagner.

Es sollen mehrere Kameras installiert werden. Sie filmen den Durchgang auf der Brücke und die Fahrstühle. Nicht im Visier sind Wartebereiche, die Gleise selbst, die Treppenaufgänge und der Bahnhofsplatz. Denn die Stadt Staßfurt überwacht nur ihren eigenen Besitz, also Brücke und Fahrstühle.

Vorbereitungen laufen

Eigentlich sollten die Kameras schon im Dezember mit ihren Aufnahmen starten. Doch die Vorarbeiten zogen sich mehr als gedacht. Nicht nur mit weiteren Behörden musste gesprochen werden, auch Abstimmungen mit der Deutschen Bahn waren nötig. „Die Deutsche Bahn hat noch einmal darauf hingewiesen, dass wir ihr Gelände auf keinen Fall überwachen dürfen“, so Wolfgang Kaufmann von der Stadtverwaltung.

Mit der beauftragten Firma, die die Kameras in drei bis vier Tagen installiert haben wird, war die Stadt ebenfalls zur Begutachtung schon auf dem Bahnhof. Bevor die Kameras kommen, müssen noch Kabel verlegt werden.

Die Stadt hat die Videoüberwachung vom Innenministerium absegnen lassen und sich das Okay vom Landesbeauftragten für Datenschutz eingeholt.

Täter abschrecken

„Die Kameras sollen vor allem abschrecken“, sagt Wagner. „Damit werden die Vandalismusschäden hoffentlich verringert oder ganz ausbleiben.“ Die Videoüberwachung wird keine Attrappe, sondern echt sein. Sie soll potenzielle Täter abschrecken oder bei der Aufklärung von Sachbeschädigungen helfen.

Denn im Rathaus hat man die Nase voll von den ewigen Zerstörungen. Immer wieder und über Jahre hatten unbekannte Täter so randaliert, dass der Fahrstuhl nicht mehr fuhr, also Rollstuhlfahrer und ältere Menschen gar nicht mehr von den Gleisen auf die andere Seite des Bahnhofs gelangten. Auch die Feuerwehr hat schon die eine oder andere eingeschossene, ältere Damen retten müssen.

Deshalb meint Wagner: „Jetzt ist Schluss. So kann es nicht weitergehen. Und ich kann nicht länger akzeptieren, dass sich den Staßfurterinnen sowie den Gästen unserer Stadt ein solch unansehnliches Erscheinungsbild bietet.“ Die ständig wiederkehrenden Zerstörungen, die Schmierereien und die tagtäglichen Verschmutzungen der Brücke sollen ein Ende haben.

Riesenkosten für Stadt

Die Stadt investiert jährlich Unsummen in die Beseitigung der Schäden an Brücke und Fahrstühlen. Im Jahr 2018 waren es mehr als 12.000 Euro für die Reinigung. Reparaturen der mutwillig zerstörten Glasscheiben oder das Entfernen von Graffiti-Schmierereien belasten den Stadthaushalt mit mehreren 10.000 Euro jährlich.

Der Stadtpflegebetrieb muss die Brücke und die drei Treppenaufgänge fünf Mal in der Woche sauber machen. Einmal im Monat reinigt eine externe Firma die Glasscheiben und die Anlage und noch einmal extra.

Im Fall Bahnhofsbrücke filmt die Stadt ihr eigenes Gelände, was aber öffentlich genutzt wird. Im öffentlichen Raum sind Videoüberwachungen verboten, aber Polizei und Stadt, als Ordnungsbehörden, dürfen dies laut Gesetz zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (SOG) doch tun, zum Beispiel wenn sich an einer Stelle Straftaten häufen. Wichtig ist, dass Bürger durch Schild auf die Überwachung hingewiesen werden.