Hecklingen l Der Hecklinger Roger Stöcker ist beim Mitgliederentscheid um die SPD-Spitzenkandidatur für die Landtagswahl unterlegen. Wir haben mit ihm gesprochen.

Sind 43 Prozent beim Mitgliederentscheid für die Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl 2021 eine Niederlage oder ein Achtungserfolg?
Roger Stöcker:
Als Verlierer fühle ich mich nicht. Ich bin als Außenseiter, oder wenn man so will, als Drittliga-Team, gegen eine etablierte Bundesligamannschaft angetreten. Da so knapp zu verlieren, schmerzt, aber eine Klatsche war das nicht. Sicher kann man aufgrund dessen, dass ich alleine gegen die amtierende Fraktionsvorsitzende antrat, von einem exzellenten Achtungserfolg sprechen.

Warum hat es nicht gereicht?
Am Ende waren es viele Dinge. Mein Tipp ist: Ohne Corona hätte ich wahrscheinlich gewonnen. Katja Pähle hatte einen Bekanntheitsvorteil, aber überall wo ich hinkam, konnte ich Menschen umstimmen. Leider waren Zusammenkünfte eingeschränkt. Sollte ich nochmal antreten, mangelt es nicht an Bekanntheit.

Was haben Sie gelernt?
Dass Katja Pähle und ich zwei völlig verschiedene Arten haben, Politik zu machen, für unterschiedliche Politikstile stehen und vielleicht auch andere Wählergruppen ansprechen. Ich denke grobmaschiger, globaler, vielleicht auch etwas visionärer und sie steckt in den Details. Die Mischung war gut. Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich mir diese Mischung auch als Team hätte vorstellen können.

Ziel bleibt die Landespolitik?
Mein Motto lautet: „Alles kann, nichts muss." Ich habe der Spitzenkandidatin angeboten, mich an vorderster Stelle aktiv in den Wahlkampf einzubringen, um die SPD breiter aufzustellen. Nun liegt es an ihr, ob sie das möchte. Wenn die Parteispitze meine Dienste braucht, mache ich mit. Wenn nicht, dann betreibe ich Politik weiter im Ehrenamt. Ich kann mit beidem gut leben.

Das letzte Wort hat der Landesparteitag im Februar. Wie werden Sie in die Veranstaltung gehen?
Gut gelaunt und voller Tatendrang für die Zukunft.