Cochstedt/Hecklingen l Der Stadt fehlt eigenes Geld, Spielplätze in den Orten schöner zu gestalten. Eltern und andere Anwohner wollen nicht tatenlos zusehen und was ändern. In allen Orten laufen oder sind Spendenaktionen gelaufen. Groß Börnecke und Schneidlingen haben Initiativen in der Vergangenheit erfolgreich zu Ende gebracht. In Hecklingen und Cochstedt sind Eltern gegenwärtig dabei, sich zu kümmern.

Cochstedter Eltern haben sich jetzt im Stadtrat in der Einwohnerfragestunde mit ihrem Projekt noch einmal offiziell vorgestellt. Sie wollen Klarheit, wie es weiter gehen kann. Denn die Weichen sind gestellt. Was fehlt, ist den Müttern und Vätern ein Signal aus dem Rathaus, das wurde deutlich. Dreh- und Angelpunkt ist eine geplante Umverlegung des Spielplatzes. Ein Teil der Wiese vor dem Volkshaus neben der Kita soll dafür genutzt werden, weil der derzeitige Platz „Ecke Friedensstraße“ zu klein ist.

Darauf zielten Bemühungen bisher ab. Die Liste schon gelaufener Aktivitäten ist lang: Seit über einem Jahr läuft das Projekt der „Hakelfüchse“, so nennt sich die Initiative. Ortsbegehungen haben stattgefunden, Flächen wurden ausgemessen, Verkaufsaktionen liefen. 1000 Euro konnten über die Fanta-Spielplatzinitiativefür zwei neue Hüpftiere an Land gezogen werden, weitere 1000 Euro wurden gespendet. Ein Antrag auf Errichtung eines neuen Spielplatzes und Nutzung des Flurstückes wurde beim Ortschaftsrat im April dieses Jahres eingereicht. Weiteres Geld wurde über zig Aktionen eingenommen, weitere Vorhaben wie ein Halloweenfest sind geplant. „Die Eltern haben schon viel Geld zusammen. Anträge wurden gestellt. Jetzt wollen wir endlich wissen, können wir das Flurstück vor dem Volkshaus nutzen, ja oder nein“, brachte Rebekka Ebeling das Anliegen der Cochstedter auf den Punkt.

In der Stadtratssitzung konnte dazu keine konkrete Antwort gegeben werden. Der Bürgermeister befand sich in der vergangenen Woche im Krankenstand.

„So kommen wir heute hier nicht weiter. Ich schlage vor, die Eltern werden noch einmal eingeladen und es findet ein Gespräch mit der Verwaltung statt“, sagte Stadtratschefin Ethel-Maria Muschalle-Höllbach (WGH). Auf dem schnellsten Wege müsse jetzt darüber befunden werden, zunächst im Bau- und Ordnungsausschuss, sagte sie.

Bürgermeister Uwe Epperlein (WGH) erklärte dazu gestern im Nachgang, dass die Tendenz dahin gehe, den Spielplatz vor dem Volkshaus zu bauen. Sicher sei das aber noch nicht entschieden. „Alles ist offen, aber es geht in die richtige Richtung“, sagte der Bürgermeister. In der kommenden Woche möchte er sich mit den Eltern in Verbindung setzen. Dann wird auch über eine mögliche Kooperation mit der Lebenshilfe Bördeland gesprochen. Das Unternehmen ist Träger der Kita. Sie befindet sich neben der Wiese (wo der neue Spielplatz entstehen soll). Seitens der Lebenshilfe sei eine Zusammenarbeit vorgeschlagen worden, den Spielplatz zusammen zu bauen und zu unterhalten. Er wäre dann über ein „Schließsystem“ gesichert. In anderen Orten habe das Unternehmen eine solche Lösung schon erfolgreich installiert, berichtete Epperlein.

Bisher gebe es auch keine Absage der Lebenshilfe, das nicht mehr anzubieten. Die Frage, ob das so ist oder nicht, stand Dienstagabend im Stadtrat im Raum. Keiner konnte sie sicher beantworten. Von „Informationslücken“ und „Kommunikationsproblemen“ war die Rede.

„Ich schlage vor, zeitnah, ein Gespräch mit allen Beteiligten zu führen“, meinte Stadtrat Roger Stöcker (SPD). Bauamtsleiterin Mandy Konew erklärte, dass das Vorhaben im August auch schon im Bauausschuss beraten wurde. Termine hätten stattgefunden, seien aber innerhalb des Hauses nicht durchgestellt worden. „Unser Stand ist, dass es keine Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe gibt“, sagte sie, konnte aber mit Sicherheit nichts bestätigen. „Uns fehlen die Infos“, so die Amtsleiterin.

Für die Eltern bleibt damit offen, wie es weiter geht. „Wir möchten jetzt einfach Klarheit, um zu wissen, ob wir die Fläche vor dem Volkshaus nutzen können“; sagte Kathleen Greye. Ansonsten würde Plan B in Angriff genommen. Dann soll der kleine bestehende Spielplatz an der „Ecke Friedensstraße“ wieder auf Vordermann gebracht werden. Roger Stöcker meldetet sich nach der Stadtratssitzung zu dem Thema noch einmal zu Wort. Er meinte, dass die Stadt froh sein sollte, dass sich Leute engagieren. „Denen administrative Knüppel zwischen die Beine zu werfen und deren Anliegen monatelang zu missachten, fördert nicht gerade das Vertrauen in die Politik. Daher muss schnell gehandelt werden.“

Die Volksstimme hat am Freitag kurzfristig eine Anfrage dazu bei der Lebenshilfe Bördeland gestellt. Eine Antwort wurde zugesagt.