Westeregeln l Zur kleinen Einweihungsfeier für den neuen Kreisverkehr hatten sich gestern zahlreiche Bürger versammelt. Das zeigt, wie wichtig dieses Vorhaben für die Westeregelner ist. Während der rund siebeneinhalb-monatigen Bauzeit mussten sie wegen der Umleitungen einige Einschränkungen hinnehmen. Das war anfangs auf massive Kritik der Bürger und Gewerbetreibenden gestoßen, weil das Dorf fast von der Außenwelt abgeschnitten war.

Davon war gestern kein Wort mehr zu hören. Im Gegenteil. Es überwog die Freude, dass es jetzt geschafft ist. Das brachten auch die 110 Grundschulkinder mit ihrem kleinen Programm zum Ausdruck. Zudem wollten sich auch 50 Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte „Sonnenschein“ Westeregeln mit ihren Erzieherinnen dieses wichtige Ereignis, von dem man noch in 50 Jahren sprechen wird, nicht entgehen lassen.

Einen offiziellen Scherenschnitt gab es gestern nicht, weil Landesverkehrsminister Thomas Webel (CDU) keine Zeit hatte, sagte der Verbandsgemeinde-Bürgermeister Michael Stöhr (UWGE). Das tat der Freude der Anwesenden aber keinen Abbruch. Stattdessen ließen die Grundschüler 110 bunte Luftballons in den grauen Himmel über Westeregeln aufsteigen.

Bauzeit verlängert

Im Gegensatz zur ursprünglichen Planung habe sich die Bauzeit dort etwas verlängert, weil in der Lindenstraße durch einen Mischwasserschacht des Wasser- und Abwasserzweckverbandes „Bode-Wipper“ Staßfurt ein Regenwasserkanal unvorhersehbar zerstört wurde, sagte Bürgermeister Axel Großheim (parteilos). Dadurch habe man das Bauende in der Lindenstraße um zirka 35 Meter verschieben müssen. Auf diesen zusätzlichen 35 Meter seien die Straße grundhaft erneuert und ein neuer Regenwasserschacht und –kanal gebaut worden. Zudem habe ein Elektrokabel an einer anderen Stelle gelegen als angenommen. Darüber hinaus habe man eine Gas- und eine Telefonleitung umverlegen müssen. Die Verzögerungen hätten sich hier aber anders als bei der Dauerbaustelle des Flughafens in Berlin in Grenzen gehalten.

„Die Kosten sind im Rahmen geblieben. Es sind zwar Zusätze hinzugekommen, aber diese sind überschaubar. Es hat keine große Kostenexplosion gegeben wie wir das von anderen Projekten kennen“, sagte Großheim. Er lobte die Mitarbeiter der Unseburger Baufirma, die dort zum Einsatz gekommen waren. „Sie waren sehr zuverlässig. Auch die Zusammenarbeit mit ihnen und auch mit der Landesbaubehörde war sehr gut“, schätzte der Bürgermeister ein.

Der Bauamtsleiter der Verbandsgemeinde Egelner Mulde, Frank Wilke, sagte: „Positiv ist, dass wir die Bauzeit eingehalten haben. Die Kosten sind ein bischen höher als ursprünglich beauftragt war. Aber im Großen und Ganzen ist es positiv verlaufen. Die Qualität ist absolut in Ordnung. Wir haben uns auf eine Seite Mängel beschränken können.“ Dazu gehöre auch der Umbau von Verkehrsschildern. Neben der Mängelbeseitigung könne man einige Arbeiten wie zum Beispiel die Grünanlagenpflege witterungsbedingt erst nächstes Jahr im April fertigstellen. „Aber der große Teil, alles was technisch ist, ist bis Mitte Dezember abgeschlossen“, kündigte der Ressortchef an.

Fast eine Million Euro

Der Neubau des Kreisverkehrs war notwendig, weil die Verkehrssituation vorher schlecht einsehbar war. Dabei handelte es sich um eine Gemeinschaftsaufgabe der Landesstraßenbaubehörde (LSBB) und der Gemeinde. Letztere muss 45 Prozent der Kosten tragen, die sich laut LSBB auf zirka 950.000 Euro erhöht haben. Das Land hatte die Aufwendungen im Frühjahr noch mit voraussichtlich 825.000 Euro angegeben.

Die Umleitungsstrecke hatte auch deutlich gemacht, „dass Westeregeln das letzte Rad am Wagen beim Straßenausbau in der gesamten Egelner Mulde ist“, sagte der Bürgermeister und fügte hinzu: „Wir müssen hier noch am meisten nachholen.“