Staßfurt/Schönebeck l Landrat Markus Bauer hat ein eindeutiges Bekenntnis zur Mitteldeutschen Kammerphilharmonie Schönebeck abgegeben. Und jetzt zieht auch die Salzlandsparkasse nach. Erneut wurden Sponsoringverträge in der Staßfurter Sparkassenzentrale für das Orchester des Salzlands unterschrieben.

"Kultur gab es immer"

„Kultur gab es immer und wird es immer geben“, sagt Hans-Michael Strube, Sparkassenvorstandsvorsitzender. Zur Bildung der nachkommenden Generation gehören nicht nur Naturwissenschaft und Technik, sondern auch Kunst, Kultur und Feinsinn. „Der Salzlandkreis hat kaum Geld für die Kammerphilharmonie, also springen wir ein“, so Strube.

Nun wurden drei neue Verträge für 2018 unterzeichnet. Ein erster Vertrag zwischen Förderverein des Orchesters und Sparkasse über einen vierstelligen Betrag kommt der beliebten Konzertreihe „Klänge im Raum“ zugute. Zwischen 6. Mai im Schönebecker Tolbergsaal und 10. Juni in der Musikschule Staßfurt führen die Konzerte an ungewöhnliche Spielorte, zum Beispiel neu dieses Jahr in den Bernburger Märchengarten. „Wir verwenden diese Spende für die Organisation der 15 Konzerte, für Beförderung, Gagen von Solisten, Werbung“, sagt Staatssekretär stellvertretender Fördervereinsvorsitzender Thomas Wünsch.

Schwerpunkt bei "Klänge im Raum"

Bei „Klänge im Raum“ werden 2018 Stücke von Agthe und Eilenburg, Komponisten aus Sachsen-Anhalt, das Programm bestimmen. Damit sei man, so Dirigent Gerard Oskamp, auf dem richtige Weg „Sachsen-Anhalt musikalisch in den Mittelpunkt zu stellen“. Vorstandsvorsitzende des Fördervereins und Sozialministerin Petra Grimm-Benne sagte: „Wir haben ‚Klänge im Raum‘ initiiert, um Kultur im ländlichen Raum zu etablieren. Zu einem lebenswerten Sachsen-Anhalt gehört Kultur.“

Einen weiteren Fördervertrag über eine Summe im vierstelligen Bereich unterschrieben die Geschäftsführerin der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie gGmbH Anita Bader und Hans-Michael Strube. Darüber sponsert das regionale Kreditinstitut das Orchester im Allgemeinen. Zum Beispiel ist es manchmal der Fall, dass Kosten für ein Konzert - es sind insgesamt 23 Musiker - nicht über den Kartenverkauf gedeckt werden können. Die Menschen in der Region seien ab einer gewissen Summe nicht mehr bereit, den Eintritt zu zahlen, führt Gerard Oskamp aus. „Bei unseren Konzerten für Kinder sind den Eltern manchmal schon 5 Euro zu viel.“ Um mit den Eintrittspreisen runtergehen zu können, muss die gGmbH die Differenz ausgleichen und kann dafür die Spendengelder gut gebrauchen.

"Vogelhändler" beim Operettensommer

Ein dritter Sponsoringvertrag ebenfalls im vierstelligen Bereich geht an den Schönebecker Operettensommer, der von 23. Juni bis 22. Juli den „Vogelhändler“ zeigt.

Die Ausgaben, die der Salzlandkreis zum Betrieb des Orchesters zuschießt, werden nicht überall unkritisch gesehen, da es sich um eine freiwillige Aufgabe handelt, die sich der Kreis trotz seiner Finanzlage weiterhin leistet. Landrat Markus Bauer bleibt bei seinem Bekenntnis zum Orchester: „Die Kammerphilharmonie ist Botschafter für unsere Region, wir brauchen solche Konzerte, unsere Kinder müssen einen Sinn für Kultur entwickeln.“