Staßfurt l Meter für Meter arbeiten sich Falko Herrmann und Kay Hauke auf der Laufbahn am mittleren der drei Plätze vor. Die Mitarbeiter einer Spezialfirma für Sportanlagenbau sanieren schadhafte Stellen im Mittelbau der Strecke. Diese Ebene besteht aus einer wasserdurchlässigen Bitumenschicht. Die Experten haben schadhafte Stellen des oberen und mittleren Aufbaus der Laufbahn aufgenommen, in diesen Bereichen auch die noch darunter liegende Kiesschicht ersetzt, und verfüllen sie nun mit einer hellen Quarzsandmischung. Darauf kommt dann wieder eine gut zweieinhalb Zentimeter dicke Gummischicht. In den Teilen, in denen die die Bahn noch in Ordnung ist, wird der vorhandene Belag grundhaft gereinigt.

Tribüne marode

Seit vielen Jahren sind die großflächigen Beschädigungen am Rund bekannt. Besonders gravierend seien sie im Bereich der Tribüne, am Eingang, wo große Bäume stehen, und am gegenüberliegenden Ende nahe des Walls zum vorderen Kunstrasenplatz, der ebenfalls erneuert wird (Beitrag unten): „Wurzeln sind von unten durch die Schichten durchgegangen und haben die Bahn hochgedrückt. So sind Risse entstanden“, erklärt Falko Herrmann. Dort, wo die Flächen einmal offen seien, böten sie Angriffsstellen für Feuchtigkeit. Extreme Wärme und Frost sorgten dafür, dass alles nur noch schlimmer wurde. Die Bauarbeiten ziehen an den zu sanierenden Stellen eine Wurzelschutzfolie ein und sorgen so für eine zusätzliche Sicherung.

Seit Anfang Juli laufen die Arbeiten. Zwei Firmen sind zu Gange. Denn spätestens Mitte September sollen alle Makel beseitigt sein. Die hatten bisher zu großen Einschränkungen geführt, sagt Oberbürgermeister Sven Wagner und erklärt die Dringlichkeit der Sanierung. Immer wieder mussten Bereiche der Bahn gesperrt werden. Unfallkassen vergaben schlechte Noten. „Die Sicherheit der Sportler geht vor, deshalb handeln wir.“ Zudem lief man Gefahr, dass durch Komplettsperrungen von Kunstrasenplatz und Bahn Spiel- und Wettkampfbetrieb insgesamt gefährdet seien.

Eine halbe Million Euro

Die Stadt lässt sich die Sanierung einiges kosten. 695.580 Euro wird sie für alles ausgeben - nur aus Eigenmitteln, betont der Stadtchef. Denn das Landesverwaltungsamt hat einer Bewerbung um Fördermittel im vergangenen Jahr keine Priorität eingeräumt. „Die Investition ist wichtig. Das Stadion wird vielfältig von Vereinen und Institutionen genutzt.“ Sven Wagner nennt beispielhaft den SV 09, die Gaensefurther Sportbewegung, die Lebenshilfe mit ihren Landeswettkämpfen, den Rehasportverein und das Sportfest des Inklusion Netzes. „Wir wollen einen guten Rahmen für Sport und Begegnung schaffen.“

Neuer Kunstrasen

Im Zuge der Bauarbeiten im Stadion der Einheit wird auch der vordere Fußballplatz im Bereich der Hecklinger Straße komplett neu gestaltet. Auf einer Fläche von rund 7300 Quadratmetern  wird er eine neue Kunstrasenoberfläche erhalten. Der bisherige Kunstrasen war zum Teil stark zerfallen, auf dem viel bespielten Platz hatte  er hatte seine Nutzungsdauer  von 15 Jahren erreicht. Ein Austausch jetzt war unumgänglich. Riesige Rollen des alten Kunstrasens liegen am Rand des Spielfeldes. „Wir haben mit einer Raupe die alte Splittschicht im Unterbau herausgenommen und auf der gesamten Fläche durch eine neue ersetzt", erklärt Falko Herrmann von der bauausführenden Firma. Das gesamte Areal wurde neu nivelliert und die elastische Tragschicht in ihrem Gefälle ausgerichtet.

Voraussichtlich in der letzten Augustwoche soll der neue Kunstrasen aufgetragen werden. Er wird in riesigen, vier Meter breiten Bahnen über die gesamte Breite des Platzes ausgerollt und zusammengefügt. Anschließend wird noch ein spezielles Gummigranulat darauf verteilt. Oberbürgermeister Sven Wagner berichtet, dass die neue Oberfläche zu den modernsten ihrer Art gehören wird. Die Fasern des Kunstrasens seien gerade und speziell gekräuselt, so dass sie sich von selbst wieder aufrichten, wenn Spieler über das Feld gelaufen sind. „Das ist für die Lebensdauer des Platzes gut", bestätigt auch Falko Herrmann. „Die Fasern bleiben nicht liegen und die Fläche wird somit auch nicht verschlossen."

Die Experten empfehlen der Stadt, dass im Rahmen der Pflege mindestens einmal im Jahr eine Grundreinigung erfolgen sollte, damit die Anlage lange besteht. Falko Hermann berichtet, dass es dafür spezielle Maschinen gebe, die eingelaufenes Material aus den Fasern ziehen und alle wieder neu ausrichten. Wichtig sei es zudem auch, dass im Winter nicht der Schnee von der Fläche geschoben werde, damit keine Schäden entstünden. Zudem müsse regelmäßig nach intensivem Spielbetrieb neues Granulat verteilt werden. Die Baufirma werde alle Hinweise mit dem Platzwart besprechen.

Umfeld wird verschönert

Im Umfeld des Kunstrasenplatzes wird ebenfalls noch etwas passieren. Die Stadt lässt auf rund 200 Quadratmeter die Ballfangzäune ertüchtigen. Die vorhandenen an der Hecklinger Straße und in Abgrenzung zum hinteren Platz samt Laufbahn werden neu bespannt und teilweise erweitert. Oberbürgermeister Sven Wagner ist froh, dass die Stadt mit den Arbeiten im Stadion der Einheit auch ihrem Ruf als Sportstadt gerecht werde. „Die Anlage wird einmal mehr zu einem Aushängeschild für Staßfurt. Wir bieten der Ersten Mannschaft des SC 09, die in der Landesliga Nord spielt, aber auch den anderen Mannschaften und Gruppen hier gute Trainings- und Spielbedingungen." Ebenso die Gäste, die zu Duellen anreisen, werden sich in der Zukunft mehr als noch bisher hier spielerisch wohlfühlen", zeigt sich der Stadtchef überzeugt.