Staßfurt l Lärmende Jugendliche ziehen durch das Stadtviertel um die Sülzestraße und Krumme Straße in Staßfurt. Sie spielen laute, menschenverachtende Musik, hinterlassen Zigarettenkippen und Müll auf Gehwegen und Straßen, klettern auf die Glascontainer vor dem Eingang Kita „Sandmännchen“ und „Tennie-Treff.“

Lärm, Müll und Pöbeleien

Dieses Szenario, das Ende 2018 seinen Höhepunkt fand, formulierten betroffene Anwohner im Dezember in einer Eingabe an die Stadt, die von 17 Hausbesitzern und Mietern unterschrieben war. Hintergrund war die Angst der Anwohner, die in ihre „Häuser und Grundstücke investiert“ haben und ihren Feierabend normal genießen wollen, dass sich die noch viel schlimmeren Zuständen von vor vielen Jahren, als René Zok noch Oberbürgermeister war, wiederholen: Bis Abends vor dem Teenie-Treff laute Musik, Alkohol- und Drogenkonsum durch Jugendliche, die Knaller in die Container und Müll in die Vorgärten warfen, sogar Autos beschädigten, Eier an die Fassaden warfen und Anwohner, die um Ruhe baten, anpöbelten. Von den Behörden fühlten sich die Anwohner damals im Sticht gelassen, schrieben sie in ihrer Eingabe. Generell sei der Standort der Container sowie der gemeinsame Eingang von Kita und Jugendclub schlecht gewählt.

Die Anwohner, die durchaus Verständnis dafür haben, dass Jugendliche bei gutem Wetter kaum im Club zu halten sind, suchten das Gespräch mit der Stadt. Bis heute haben mehrere Treffen vor Ort mit Stadträten, Ordnungsamt und Stadtjugendpflege stattgefunden. Im Rathaus beriet man sich mit den Betreuern des Jugendclubs und der Polizei. „Wir haben Gespräche mit den Anwohnern und den jungen Besuchern des Teenie-Treffs geführt, und diese auf die üblichen Verhaltensweise hingewiesen“, so Oberbürgermeister Sven Wagner. Die Eingabe habe man Anfang März beantwortet.

"Generalverdacht" zurückgewiesen

Allerdings betont der Oberbürgermeister: „Es waren nicht die Besucher des Teenie-Treffs, die für die Vorfälle verantwortlich waren. Dies ist ein Generalverdacht gegenüber unseren Jugendlichen, der nicht stimmt.“ Es seien Jugendliche aus anderen Stadtteilen gewesen, die den Ort über eine gewisse Zeit auserkoren hatten.

Daher wird der Eingang des Teenie-Treffs auch nicht in die Gartenallee, die Rückseite des Gebäudekomplexes, verlegt, wie es die Anwohner vorgeschlagen hatten. Komme es akut zu Problemen, müssen Anwohner Polizei oder Ordnungsamt rufen.

Die Polizei hatte nach den Beratungen im Rathaus auch probeweise Touren durch die Sülzestraße gemacht. Die Beamten konnte aber in letzter Zeit nichts feststellen, um vermehrte Streifen vor Ort einzuleiten. Bis vor kurzem hatte sich die Situation nämlich beruhigt.

Problem mit Container

In Sachen Glascontainer will die Stadt aber demnächst handeln. Er soll in die Gartenallee, nähe Liebesbrücke, verlegt werden. Allerdings schlugen wegen dieser Idee wiederum vor kurzem die dortigen Anwohner Alarm. Barbara Hirt, vor deren Haus ein Kleidercontainer steht, befürchtet Lärm durch das Einwerfen der Flaschen. „Jetzt regen wir uns auf“, sagte sie in Bezug auf die Eingabe der Sülzestraße. „Warum kommt der Glascontainer nicht ein Stück weiter weg?“

So soll es auch passieren. Tatsächlich soll der Altkleidercontainer und die Glascontainer aus der Sülzestraße demnächst 15 Meter weiter Osten rücken, wo keine Häuser stehen, verspricht der Oberbürgermeister.