Staßfurt l „Das kann doch nicht wahr sein“, ärgert sich Dagmar Weber. „Über solche Dummheiten muss ich mich wirklich mal aufregen.“ Die Inhaberin des Berufsbekleidungsgeschäftes am Botanischen Garten in Staßfurt ist sauer.

"Wer hat das nötig?"

Sie hatte vor ihr Geschäft in einen Steinkübel kleine Blümchen gesetzt, einfach nur damit es schön aussieht und sich Kunden und Spaziergänger daran erfreuen können. Aber seit letzten Sonntag sind sie weg, einfach ausgebuddelt. „Wer hat es nötig, solche Blumen zu klauen? Das waren sogar ganz günstige, die nicht viel kosten“, wundert sich Dagmar Weber.

Sie hatte extra keine teuren Blumen ausgesucht, weil das nicht das erste Mal ist, dass ihr die Blümchen vor dem Geschäft weggestohlen werden. Ziemlich genau vor einem Monat war dasselbe schon einmal passiert. „Mir reicht es wirklich“, sagt sie.

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Das ist nicht das einzige aktuelle Beispiel. Tatsächlich hat auch die Stadt zur Zeit ein großes Problem mit „Blumendieben“. Genauer der Stadtpflegebetrieb, der sich im Auftrag der Stadt um Rasen, Beete und Wege in Staßfurt kümmert.

Stadt auch betroffen

In dieser Woche schlugen Diebe auf öffentlichen Flächen mehrfach zu und stahlen größere Mengen Blumen von den Beeten weg – am Hohlweg, am Wasserturm, im Friedrich-Engels-Ring und am Haus II der Stadtverwaltung im Kaligarten.

„Am Dienstag waren es zirka 30 Blumen, am Mittwoch 50“, bedauert Ingo Brüggemann, Leiter des Stadtpflegebetriebs. Teilweise wurden die Pflanzen direkt aus der Mitte eines Rondells genommen.

Der Stadtpflegebetrieb registrierte den Diebstahl auf den täglichen Touren, die die Mitarbeiter in der Stadt fahren. Es zeigte sich ein trauriges Bild: Am Hohlweg fehlen in allen Dreier-Pflanzsteinen eine oder zwei Stiefmütterchen. Auch vor dem Haus der Stadtverwaltung im Kaligarten klaffen nur noch Löcher im Beet.

Arbeit für nichts

Das ist Anlass für den Stadtpflegebetrieb, an Folgendes zu erinnern: Die Blumen sollten eigentlich allen Einwohnern der Stadt eine kleine Freude bereiten. Und die Mitarbeiter des Stadtpflegebetriebs haben Arbeit und Zeit investiert.

Ingo Brüggemann: „Wir haben, wie auch in den Jahren zuvor, um das Bild der Stadt etwas aufzulockern und eine gewisse Farbenfreude einziehen zu lassen, bereits vor einigen Wochen Stiefmütterchen verschiedenster Farben gepflanzt.“ Nach den Eisheiligen setzten die Mitarbeiter auch Geranien und Petunien an öffentlichen Plätzen, Wegen und Straßen, insgesamt 2000 Stück.

Die Blumen werden von den Mitarbeitern des städtischen Betriebs regelmäßig gegossen und Unkraut entfernt, eigentlich „damit alle Einwohner sowie Besucher lange ein schönes Bild haben“, so Brüggemann.

In diesem Sinne geht ein Appell an die Diebe, die Beete und Blumenkübel, ob öffentliche oder private, in Ruhe zu lassen, und an Zeugen, Beobachtungen zu solchen Straftaten der Polizei zu melden.