Staßfurt l Einmal greift der Bagger in die Platte und schon fällt der Balkon auseinander. Mit einem Krach ist fast eine ganze Wohnung Geschichte. Dabei geht der Baggerfahrer der Firma Jaeger aus Bernburg ganz behutsam vor, trennt die verschiedenen Baumaterialien säuberlich für verschiedene Haufen und auch der Staub hält sich in Grenzen.

Abgerissen wird seit Freitag der Block mit den Hausnummern 52 bis 54, die dritte Blockreihe von der Neundorfer Straße aus betrachtet. Vertreter der Firma erklären vor Ort: Man brauche drei bis vier Wochen für den Abriss. Danach gehe es gleich an das Entkernen der Hausnummer 51, ein Block ebenso groß und gleich daneben. „Hier folgt der Abriss im Frühjahr. Im Mai wollen wir hier mit allem fertig sein“, so der Bauleiter vor Ort. Während alle anderen Stoffe entsorgt werden, werden die Platten übrigens zerkleinert und zu Schotter recycelt.

Leerstand und Kosten senken

Die Wohnungs- und Baugesellschaft (Wobau) Staßfurt trennt sich hier von den Plattenbauten, die in der Vergangenheit einen immer höheren Leerstand aufwiesen und von der Bausubstanz nicht gerade zukunftstauglich sind. Die Wobau ist stets angehalten, unter anderem vom Aufsichtsrat bestehend aus Stadträten, ihren Leerstand und damit ihre Kosten zu senken.

Die Mieter wurde über ein „Umzugsmanagement“ in anderen Wohnungen der Wobau untergebracht, jeweils in Einzelabsprache und mit praktischer Hilfe, wenn ältere Mieter ihren Umzug allein nicht mehr stemmen konnten.

Weitere Blöcke kommen 2021 weg

Den Abriss will die Wobau auch 2021 fortsetzen: „Der Umzug der Mieter aus der Hausnummer 61 läuft bereits“, so Wobau-Geschäftsführer Ralf Klar. Die 61 ist der einzelne Bock vor der 51 bis 54, sprich in zweiter Reihe von der Neundorfer Straße aus gesehen. „Außerdem planen wir 2021 den Abriss der Hausnummern 78 bis 80 und 81 bis 82“, so Ralf Klar. Das sind wiederum die beiden Blöcke direkt an der Neundorfer Straße, und zwar die hinteren in Richtung Neundorf gelegen.

Auch in Staßfurt-Nord treibt die Wobau aktuell den Abriss der Blöcke 49 bis 51 und 52 bis 55 voran. „Die Container sind schon da, die Wärmeversorgung muss noch getrennt werden“, so Ralf Klar. „Abriss soll im Frühjahr sein.“

Kosten für die Abriss-Aktivitäten in diesem Jahr für beide Wohngebiete betragen 400 000 Euro, Fördermittel aus dem Programm „Stadtumbau Ost“ inklusive.

Während die Wobau noch an Plänen für die neuen freien Abrissflächen feilt, bauen die Staßfurter Tierparkschüler, Partner der Wobau, bereits an einem Insektenhotel. Dieses soll samt Blühwiese der Abrissfläche in der Straße der Einheit 1 bis 5, die 2019 weggenommen wurde, neu gestalten.