Egeln/Rüthen l Rüthens Ex-Bürgermeister Rolf Gockel ärgerte sich über das Egelner Stadtoberhaupt Reinhard Luckner so sehr, dass er sich in einem Schreiben an die Volksstimme Luft verschaffte.

„Die Städtefreunde aus Egelns Partnerstadt Rüthen haben sich seit 1990 bemüht, viele Aktivitäten zu entfalten, um persönliche Kontakte und Freundschaften sowie die Entwicklung und Aufbauarbeit in Egeln zu unterstützen und zu fördern. Insbesondere hat sich die Rüthener Stadtverwaltung bemüht, durch die kostenlose Bereitstellung von technischen Geräten für die Büroarbeit und zum Beispiel den Einsatz von Pumpen bei der Hochwasserkatastrophe zu helfen. Ein Mitarbeiter des Bauamtes, Manfred Trüten, gestaltete den Rathausvorplatz und einige Straßen in Egeln. Darüber hinaus fotografierte er im Jahr 1990 fast jedes Haus. 15 Jahre später lichtete er die gleichen Häuser noch einmal ab. Die Bilder hat er auf einer Disk gegenüber gestellt und sie im folgenden Jahr den Bürgern von Egeln in der Gaststätte Schröder mehrmals gezeigt und vorgeführt. Alle waren begeistert und regten an, die Bilder in einem Buch zu veröffentlichen und an Interessierte zu verkaufen. Außerdem hätte die Stadtverwaltung damit ein repräsentatives Geschenk gehabt. Seit jenen Tagen bemühen sich Egelner Bürger wie der ehemalige Bürgermeister Eckart Zeidler, Hans-Hermann Schröder, Torsten Müller und die Druckerei Lohmann darum, Bürgermeister Luckner zu bewegen, die Unterlagen in Rüthen abzuholen, leider ohne Erfolg“, beklagt sich Gockel.

Gemeinsames Projekt

Im letzten Jahr seien die Initiatoren selbst nach Rüthen gekommen, haben von Manfred Trüten die Unterlagen abgeholt und in die Druckerei Lohmann gebracht. Von dort seien sie an Reinhard Luckner gegeben worden, der ein Vorwort schreiben und die Bilder begutachten wollte, um dann den Druckauftrag auslösen zu können. Doch von Luckner gebe es bisher keine Reaktion, obgleich die Stadt Rüthen angeboten habe, die Kosten des Buches substantiell zu fördern. Eckart Zeidler und er hätten ihre Vorworte wie vereinbart bereits geschrieben. Das von Bürgermeister Luckner fehle jedoch bis heute, moniert Gockel. „Seit Jahren bemühen wir uns darum, Reinhard Luckner zu bewegen, in wenigen Minuten die Angelegenheit zu erledigen. Er gibt immer wieder Zusagen, hält abgesprochene Termine nicht ein oder gibt irgendwelche fadenscheinigen Gründe an. Ich weiß nicht, wie die Bürger aus Egeln und ich noch reagieren sollen. Manfred Trüten ist inzwischen verstorben, und ich stehe bei den Geldgebern und der Rüthener Presse im Wort“, schrieb der ehemalige Bürgermeister aus dem Sauerland der Volksstimme entnervt.

Auf den Sachverhalt angesprochen, wies Luckner die Vorwürfe gestern zurück. „Ich habe die Unterlagen in Rüthen selbst abgeholt“, sagte das Stadtoberhaupt. Zu diesem Thema hatte es Donnerstagabend eine Beratung in Egeln gegeben, an der neben Reinhard Luckner, Eckart Zeidler, Hans-Hermann Schröder und der Seniorchef der Egelner Druckerei Holger Lohmann teilgenommen hatten.

„Wir haben uns das Ziel gestellt, das geplante neue Buch über Egeln mit 50 bis 70 Seiten bis Ende Februar für den Druck vorzubereiten, damit es noch vor Ostern auf den Markt kommen kann“, berichtete Luckner über das Ergebnis des Treffens des Redaktionsteams. Er räumte ein, dass die Geschichte fünf Jahre gelegen habe.