Staßfurt l Leere Schaufenster und ein tristes Bild in der Steinstraße – das war das Bild, das lange in der Einkaufsstraße vorherrschte und das bei vielen Menschen bis heute im Gedächtnis ist. Doch auch wenn es nicht jedem auffällt, geht es dort aufwärts. Das ist an konkreten Zahlen ablesbar.

Zwölf neue Geschäfte

In 2018 haben eine ganze Reihe von Geschäfte in der Steinstraße neu eröffnet. Das sind ein Unternehmen für Innenausbau, das Kreativbüro „Bunte Insel“, ein Schreibwarenladen, ein Jugendanlaufpunkt und der einstige Laden vom „Modestübchen“, der ab 2019 neu genutzt werden soll. Weiterhin wurde das komplette Eckhaus am Beginn der Steinstraße an einen privaten Investor verkauft, der ab 2019 dort zwei neue Gewerbeeinheiten entstehen lässt.

In die Steinstraße umgezogen von anderen Standorten innerhalb der Stadt sind ein Ballonshop, die Wobau, ein Blumenladen, die Agentur für Arbeit und das Bibelstudio. Alle kamen aus anderen Teilen der Stadt oder Ortsteilen in die Innenstadt. Umgesiedelt innerhalb der Steinstraße sind ein Fotografenstudio und eine Krankenkasse. Abgänge sind mit dem Sporthaus Quednow, Immobilien Rausch und der Postbank drei zu verzeichnen.

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Das sind zwölf Neuansiedlungen, zwei Umsiedlungen und drei Abgänge.

Aktuell sind in der Steinstraße 46 von 58 Geschäften belegt, was 79 Prozent entspricht, so eine Rechnung der Stadtverwaltung. Vor einem Jahr waren es nur 37 Läden, eine Quote von 63 Prozent. In der Steinstraße, vor allem im unteren Teil Richtung Luisenplatz, sind heute noch zwölf Plätze für Geschäfte oder Unternehmen nicht belegt. Da neun davon baufällig sind, sind nur noch drei zu haben.

Eine Stelle mehr im Rathaus

Die Stadt hat seit diesem Jahr mehr „Manpower“ in die Entwicklung der Steinstraße gesteckt. Mit Andreas Beyer wurde ein neuer Mitarbeiter in der Wirtschaftsförderung, die nun insgesamt drei Stellen aufweist, eingestellt. Als „City-Manager“ ist er auch für Unternehmen im Versorgungsbereich der Kernstadt zuständig. Seit März hat er, nicht nur in der Steinstraße, in den Geschäften der Stadt die Runde gemacht, sich als Ansprechpartner für Probleme vorgestellt und sich um die Anliegen der Unternehmer gekümmert. Er vermittelt Firmen neue Standorte und hilft in praktischen Fragen.

Undine Rosenthal, die in der Steinstraße ein Modegeschäft hat, sagt zum Beispiel über ihn: „Es ist endlich mal jemand da für uns Gewerbetreibende.“ In diesem Sinne leben Stadt und Händler nicht mehr nur aneinander vorbei, sondern „die Kommunikation untereinander hat sich extrem verbessert“, findet auch Christian Schüler, Chef der Wirtschaftsförderung im Rathaus. Unternehmer, Stadt, Politik und Gewerbeverein stehen jetzt mehr im Austausch und versuchen gemeinsam Probleme zu lösen.

Eine Arbeitsgemeinschaft sammelt Ideen

Im April ist die Arbeitsgemeinschaft „Leerstand/Innenstadt“ auf Initiative der Stadt entstanden. Bei drei Treffen in diesem Jahren haben Unternehmer aus der Steinstraße, Wirtschaftsförderer, Stadträte, Wohnungsunternehmen und Mitglieder des Gewerbevereins Ideen gesammelt, wie die Steinstraße noch attraktiver werden kann. Noch sind alle Vorschläge in der Entwicklung.

Dekoration, Aktionen, Feste, Kunst

Seit Jahren engagiert sich der Staßfurter Gewerbeverein als Organisation vieler Unternehmer besonders für die Steinstraße. Mit Festen wie „Staßfurt in Flammen“ oder dem Weihnachtsmarkt, aber auch der aktuellen Weihnachtskalender-Aktion belebt der Verein die Innenstadt, ähnlich wie das Salzlandfest, das die Stadt jedes Jahr organisiert. Außerdem stellt der Gewerbeverein Leuchtelemente, Lichterketten und Feuerkörbe bereit, die die Steinstraße in der dunklen Jahreszeit verschönern. Dabei arbeiten Verein, Stadt, Stadtwerke und etliche Sponsoren Hand in Hand.

Aber auch Kunst wird erstmals in diesem Winter zum Zuge kommen, wenn es um die Schönheit der Innenstadt geht. In einer einzigartigen Aktion werden die Schaufenster in der Steinstraße ab 7. Dezember zur beleuchteten Kunstgalerie (siehe unten).

Teil 2: Wie empfinden die Geschäftsinhaber die Situation in der Steinstraße? Wenn auch Sie ihre Meinung äußern wollen, schreiben Sie an redaktion.stassfurt@volksstimme.de. Sehen Sie eine Entwicklung in der Steinstraße? Woran machen Sie das fest? Was kann noch besser werden in Staßfurts Innenstadt?