Staßfurt l Auf einer Bank am Sperlingsberg sitzt Andrea Löbel aus Förderstedt und liest ein Buch, während sie darauf wartet, ihre Tochter vom Tanzunterricht im Theater abzuholen. „Der Platz ist einladend geworden“, sagt sie mit Blick auf die neuen Rabatten und den großen Weihnachtsbaum.

Prima Einkaufsstraße

Monika Schmidt aus Staßfurt stellt gerade ihr Fahrrad vor einem Geschäft ab. „Die Steinstraße ist eine prima Einkaufsstraße“, findet sie. „Es sind hier schöne Geschäfte nah beieinander und mit dem Schuhladen und Friseur haben sich die Läden ja wieder gefüllt.“ Supermarkt und Bank im Bodepark seien schnell zu erreichen. „Da kann keiner meckern.“ Nur für Radfahrer, betont sie, sei die Steinstraße zu eng. Da müsse sie immer aufpassen und schiebe lieber.

Nancy Ebeling sitzt mit ihrer Tochter auf einer der Sitzbänke in der Steinstraße. Sie ist vor neun Jahren von Schönebeck nach Staßfurt gezogen. „Es ist hier wesentlich schöner als in Schönebeck, dort verfällt die Innenstadt.“ In der Steinstraße gefallen ihr die schöne Weihnachtsbeleuchtung und die geschmückten Schaufenster. „Die Straße ist niedlich eingerichtet“. Die Bekleidungsangebote richten sich hier ihrer Meinung nach „eher an die ältere Generation“, deshalb fahre sie zum Shoppen nach Aschersleben und Magdeburg.

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Dünnes Angebot

Der Hecklinger Christian Spengler nascht eine Bratwurst vom Grillstand. „So an sich ist ja alles okay, aber die Ladeninhaber aus dieser Straße erzählen oft, dass es für sie immer schwieriger wird, ihr Geschäft zu halten.“ Er selbst findet die Einkaufsmöglichkeiten hier zu „dünn“ und kleidet sich in Magdeburg ein.

Gerhard Schnock aus Förderstedt bewundert, „wie schmuck sich viele Häuser herausgeputzt haben und damit zur Verbesserung der Attraktivität der Steinstraße wesentlich beigetragen“. Lobenswert sei, dass große Veranstaltungen um den Sperlingsberg herum stattfinden, dass die Gewerbetreibenden geduldig „ausharren“ und neue Geschäfte dazugekommen sind, was noch intensiver weiterzuführen ist. „Da ist ein City-Manager eine richtige Maßnahme.“ Dennoch seien leerstehende Gebäude wie das Eckhaus am Holzmarkt 1 noch ein Problem.

Meckern hilft nicht

Mario Deubeler kommt mit seiner Tochter gerade aus der Drogerie, die die Spielsachen dort ganz toll findet. Von der Meinung mancher, dass es in der Stadt an Einkaufsmöglichkeiten fehle, hält der Vater nicht viel. „Es wird schon schön hier und wir sind eben auch eine Kleinstadt. Und Sachen, die man dringend braucht, bekommt man hier alle.“ Ihm ist aufgefallen, dass der Blumenladen und das Fotostudio neu in der Steinstraße sind. „Na ja, und den Rest, den man in Staßfurt nicht bekommt, den holt man sich eben in Magdeburg oder im Internet.“ Im Großen und Ganzen ist Mario Deubeler zufrieden mit dem Angebot in der Steinstraße. „Denn meckern hilft auch nicht weiter“.

Frank Berger kommt gerade mit seiner Frau geschlendert. Der ursprüngliche Hecklinger, der mittlerweile im Allgäu wohnt, ist mal wieder zu Besuch und sehr interessiert an Staßfurt, liest jeden Tag die Volksstimme und will für die Rente in die Heimat zurückkommen. Die Diskussion um das Sterben der Innenstädte werde in Bayern genauso wie hier geführt, erzählt er. „Bei uns will sich gerade Ikea ansiedeln und die kleineren Händler protestierten natürlich auch.“

„Das Problem von Staßfurt ist ein zerrissenes und zerklüftetes Stadtbild. Zu DDR-Zeiten wurde viel abgerissen und danach hat man den Fehler gemacht, die Supermärkte nicht in der Innenstadt anzusiedeln, sondern sie am Stadtrand bauen zu lassen.“ Auch das Rathaus in der Hohenerxlebener Straße gehöre eigentlich in die Steinstraße. Aber dennoch sollte man den Kopf nicht in den Sand stecken, meint Frank Berger. „Wir haben nicht viel in Staßfurt, aber auch nicht wenig.“

Teil 5: Wie schätzt die Stadt Lob und Kritik aus unseren Umfragen ein? Wenn auch Sie Ihre Meinung äußern wollen, schreiben Sie an redaktion.stassfurt@volksstimme.de. Sehen Sie eine Entwicklung in der Steinstraße? Was kann noch besser werden in Staßfurts Innenstadt?