Egeln l „Nachdem wir zwei Stunden auf dem Markt waren und nach Hause fahren wollten, kam das große Erwachen. Die große Enttäuschung und die Erkenntnis, wären wir doch lieber auf einen anderen großen Weihnachtsmarkt gefahren mit Parkplätzen, welche die Orte organisieren, weil sie sich freuen, wenn viele Gäste kommen. Wir hatten nämlich einen Strafzettel von 20 Euro bekommen“, teilte das Paar der Volksstimme-Redaktion mit. Carmen und Bernd Zimmermann finden es traurig, dass die Verbandsgemeinde Egelner Mulde am Tag des Egelner Weihnachtsmarktes, noch dazu an einem Sonntag, „Strafzettel“ verteilen lässt. „Wir kommen bestimmt nicht wieder. Und diese Meinung vertreten viele, denn es war ein Meer von Strafzetteln“, so das Ehepaar Zimmermann.

Auf Anfrage der Staßfurter Volksstimme teilte Hauptamtsleiterin Dagmar Witzke dazu mit, dass die Mitarbeiter der Verwaltung am vergangenen Sonntag in rund 50 Fällen Ordnungswidrigkeiten festgestellt hatten. „Die Straßenverkehrsordnung ist für alle da, auch für die Stadt Egeln. Wer falsch parkt, muss nicht denken, dass der Rest das gut findet. Es gibt auch Schwächere als die Autofahrer. Es kann nicht sein, dass Halteverbotsschilder ignoriert werden und die Kraftfahrer sich mit ihrem Pkw einfach auf die Fußwege stellen. Dadurch konnten die Fußgänger, Kinderwagen- und Rollator- oder Rollstuhlfahrer nicht mehr auf dem Fußweg gehen, sondern mussten auf die Straße ausweichen. Dadurch wurden sie einer Gefahr ausgesetzt.“

Auf die Frage, ob die Verwaltung an allen Wochenenden so eifrig ist, antwortete Witzke: „Unsere Außendienstmitarbeiter gehen regelmäßig raus und machen stichprobenartige Kontrollen. Wir machen nicht Jagd auf Falschparker. Es kann nicht sein, dass die schmalen Straßen in Egeln rechts und links zugeparkt werden, so dass im Notfall dort weder der Rettungswagen, noch die Feuerwehr oder die Polizei durchfahren können.“

In diesem Zusammenhang verwies die Hauptamtsleiterin darauf, dass es in der Stadt Egeln zum Parken gekennzeichnete Flächen und einen großen Parkplatz in der Barfüßerstraße gebe, auf dem die Fahrzeuge den ganzen Tag für nur einen Euro abgestellt werden können.

Verärgerung

Die Verärgerung der Weihnachtsmarkt-Besucher kann Felix Kunert, der Pressesprecher des Fördervereins der Wasserburg, nachvollziehen. „Der Förderverein hat jedoch überhaupt keinen Einfluss darauf, wann und in welchem Maß das Ordnungsamt kontrolliert. Wir sind Veranstalter des Events und haben uns nach Vorlagen mit der Stadt um das Parkleitsystem und um Rettungswege gekümmert. Dafür haben wir auch größere Parkplätze, zum Beispiel vor dem Edeka-Markt angefragt und im Vorfeld ausgewiesen“, sagte Kunert.

Die regulären Verkehrsschilder in Egeln, die jedem Autofahrer bekannt sein dürften, seien auch sonntags gültig und müssten beachtet werden.

Kunert: „Die Situation ist in Egeln leider so, dass es kein Parkhaus oder ähnliches direkt vor der Wasserburg gibt, weshalb die ausgewiesenen Parkplätze genutzt werden sollten und ein kleiner Fußweg in Kauf genommen werden muss. Das Parkleitsystem hat den Zweck, Rettungswege für Feuerwehr und Co. freizuhalten, um im Ernstfall schnellstmöglich zum Veranstaltungsort zu gelangen und helfen zu können. Darüber hinaus soll jedem Besucher ein Parkplatz ermöglicht werden. Dass dieser nicht für alle in der ersten Reihe sein kann, sollte klar sein.“

Der Förderverein werde im kommenden Jahr weiterhin gemeinsam, soweit das möglich sei, an der Parksituation arbeiten und das Parkleitsystem prüfen.

„Wir bitten unsere Besucher aber auch darum, keine Rückschlüsse von der legitimen Arbeit des Ordnungsamtes auf uns als ehrenamtlichen Verein oder auf andere Veranstaltungen auf der Wasserburg Egeln zu ziehen“, sagte der Pressesprecher.