Förderstedt l Wenn Majid Raschek auf dem Platz dem Ball hinterher eifert, beweist er schon echte Stürmerqualitäten. „Bleib dran!“, ruft ihm Trainer Steffen Löbel zu und motiviert den jungen Spieler, auf dem Rasen alles zu geben. Das wiederum ruft die anderen auf den Plan. James-Dean Voß, Valentino Perl oder Alexander und Sebastian Löbel wollen es jetzt wissen und ziehen nach. Die Jungen schießen sich den Ball zu und klügeln Pässe für beste Torchancen aus. Das kleine Fußballspiel ist Abschluss des Trainings der F- und G-Jugendmannschaften beim Förderstedter Sportverein. Hier wird die Nachwuchsarbeit groß geschrieben. „Irgendwie lieben doch alle Fußball“, sagt Steffen Löbel. Im Verein will man deshalb entsprechende Angebote anbieten und bereits die jüngsten an den Mannschaftssport heranführen.

Alteresgerechtes Training

Zur Jahreshauptversammlung des SV wurde Steffen Löbel als Jugendwart in den Vorstand wiedergewählt. Zusätzlich übt er auch die Funktion des Trainers der Jugendmannschaften aus. 20 bis 25 Kinder kommen zu den regelmäßigen Trainingseinheiten zwei Mal in der Woche - von Oktober bis März in der Halle und seit April wieder auf dem Platz. Den Start in die Freiluftsaison nutzt der SV jetzt auch, um für neue Mitglieder zu werben. „Die Kinder erlernen die Grundlagen des Fußballs. Sie erleben aber auch eine echte Gemeinschaft und Teamgeist“, sagt Steffen Löbel. Das Training sei ein bisschen Lebensschule: Spiel und Spaß stehen im Vordergrund, aber zusammen kämpft man auch für eine Sache. Das Training ist altersgerecht aufgebaut. Es gibt spielerische Übungen und kleine Spiele. Steffen Löbel und Detlef Schumann sind an diesem Tag die Anleiter. In zwei Gruppen sprinteten die Kinder zu den Slalomstangen, umkurvten sie, liefen zurück und schoben einen Ball ins Tor. Jeder der erfahrenen Erwachsenen betreute eine Gruppe und feuerte sie an. Viele der Trainingseinheiten werden als Wettbewerb gestaltet. „Das spornt nicht nur an, es macht auch Spaß für die ‚Sieger‘ und die anderen fühlen sich immer wieder neu herausgefordert“, berichtet Steffen Löbel. Danach die nächste Übung. Die kleinen Sportler sollten einen Stabparcours hüpfend überwinden, ohne aber die Stäbe zu berühren. Steffen Löbel und Detlef Schumann beobachten alles genau, weisen bei Fehlern darauf hin, wie es besser geht und geben Tipps. Abrundung erfährt die nachmittägliche Einheit noch durch ein Spiel auf dem Kleinfeld.

Eltern sind eingeschworenes Team

Die Kinder kommen aus der gesamten Umgebung und werden meist durch Eltern oder Großeltern gebracht, die dann während der Trainingsstunde da bleiben und auch schon eine eingeschworene Gemeinschaft geworden sind. Zusammen mit dem Nachwuchs stellen sie viel auf die Beine. Andrea Löbel, die mit am Spielfeldrand steht und in den organisatorischen Teil der Trainingsarbeit eingebunden ist, berichtet von vielen Aktivitäten bei Turnieren, die schon stattfanden und auch für die nächste Zeit geplant sind. So fährt die F-Jugend, also die ältere der zwei Altersgruppen, nach Biere zu einem Freundschaftsturnier, während die Fünf- bis Siebenjährigen als G-Jugend am Tag darauf Gastgeber für Baalberge, Löderburg, Calbe und Börde-Hakel Unseburg sind. Gegenbesuche folgen. „Die Kinder sind wie die Großen jede Woche beschäftigt“ sagt Andrea Löbel. Im Juni ist der Spielplan genau so voll. Herausragen soll das Fußballcamp am 24. und 25. Juni in Förderstedt. Da soll mit den Kindern trainiert und gleichzeitig das in einer Mannschaftssportart wichtige Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt werden. Die Familienmitglieder sind dabei, organisieren Fahrten, unterstützen mit Kleidung und Schuhen, fühlen sich für Verpflegung und Getränke zuständig. Besprochen wird das alles auf dem „kurzen Dienstweg“: Während die Kinder Bälle jagden, waren die Älteren beim Traininsnachmittag in Diskussionen vertieft, schmiedeten Pläne und trafen Absprachen für Zukünftiges.

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Das alles wirkt einladend. Und tatsächlich ist der SV daran interessiert, die Reihen bei den Nachwuchsmannschaften zu stärken. „Wir suchen an Sport und Fußball interessierte Kinder zwischen fünf und neun Jahren. Sie werden von lizensierten Trainern mit Erfahrungen im Kinderfußball spielend und mit Spaß am Sport zum Fußball hingeführt“, sagt Steffen Löbel.