Egeln l Die Egelner Tafel soll ab dem kommenden Dienstag wieder ihren Versorgungsauftrag für die Bedürftigen der Verbandsgemeinde erfüllen. Dieser Beschluss wurde nach dem Abwägen des Für und Wider vom Träger des Christophorus-Ladens wie die Tafel in Egeln auch genannt wird, der Klus-stiftung zu Schneidlingen und Groß Börnecke Anfang dieser Woche getroffen.

Ganz leicht hatten sich die Verantwortlichen diese Entscheidung nicht gemacht. Denn auf der einen Seite ist klar, dass eine Versorgung mit Lebensmitteln für die Bedarfsgemeinschaften in der Egelner Mulde natürlich schnellstmöglich wieder zum Laufen gebracht werden muss. Zum anderen darf, und das ist mindestens genauso wichtig, nicht außeracht gelassen werden, dass in der Klusstiftung als Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung sehr viele Klienten leben, deren Immunsystem aufgrund der unterschiedlichsten Erkrankungen ohnehin dauerhaft geschwächt ist. Sie gehören deshalb zu den Risikogruppen in der Pandemiezeit.

„Deshalb müssen wir bei einer Wiedereröffnung der Tafel unbedingt ausschließen, dass sich Übertragungswege des Coronavirus in die eine oder andere Richtung ergeben könnten.“

Rainer Salzmann, Leiter der Tafel

„Deshalb müssen wir bei einer Wiedereröffnung der Tafel unbedingt ausschließen, dass sich Übertragungswege des Coronavirus in die eine oder andere Richtung ergeben könnten“, sagte Rainer Salzmann, der als Inklusionsleiter in der Klusstiftung auch für den Christophorus-Laden verantwortlich ist. Das aber lasse sich nur realisieren, wenn die Abholung der Lebensmittel in den Märkten, der Prozess der Kontrolle, der Sortierung und Einlagerung durch das Mitarbeiterteam und auch die Art und Weise der Ausgabe an die Kunden anders organisiert werde, als das vor der Schließung der Fall gewesen sei.

Auf die Frage, auf welche Veränderungen sich die Besucher der Tafel einstellen müssen, sagte Salzmann: „Wir werden die Lebensmittel nicht mehr in den Räumen der Tafel ausgeben, sondern die Kunden einzeln im Eingangsbereich bedienen. Dort wird ein Ladentisch aufgestellt, der dann den nötigen Abstand zwischen Kunden und Mitarbeitern garantieren wird.“ Denn der Schutz der Mitarbeiterinnen in der Tafel vor Ansteckung werde sehr ernst genommen.

Außerdem wolle man dafür sorgen, dass der Wartebereich vor der Tafel großflächiger genutzt werde, um der Abstandsregel, die in der Eindämmungsverordnung des Landes gefordert sei, auch für Tafelbesucher gerecht zu werden.

Ob man dagegen perspektivisch auch die Ausgabezeiten verändern werde, bleibe noch offen. „Das werden wir entscheiden, wenn wir die erste Woche nach der Wiedereröffnung analysieren. Abhängig ist das unter anderem davon, wie viele Lebensmittel uns überhaupt von den Märkten zur Verfügung gestellt werden“, sagte Salzmann und fügte hinzu: „Zudem hängen diesbezügliche Entscheidungen auch davon ab, ob infolge der Corona-Krise die Zahl der Tafel-Besucher ansteigt oder ob der Bedarf an unserem Liefer-Service, den wir ja schon lange für Kunden anbieten, zunimmt.“ Zunächst bleibe aber alles beim alten. Viele „Unbekannte“ also, die da auf das Team der ehrenamtlichen Mitarbeiter zukommen könnten. Es muss sich im Übrigen auch auf die eine oder andere Veränderung in der bisherigen Arbeitsorganisation einstel- len.

Doch Salzmann ist sich trotzdem sicher: „Ich weiß aus der Vergangenheit, dass man sich auf jeden einzelnen in der Truppe verlassen kann. Das wird auch in dieser Krisen-Situation so sein und dafür bedanke ich mich im Namen der gesamten Klusstiftung schon vorab.“