Staßfurt l Eng gestrickt ist der Ablaufplan, der vor Theaterleiter Stephan Czuratis auf dem Regiepult liegt. Betty Epp und Linda Große von der Kreismusikschule dürfen den Freitagabend eröffnen. Zwei Minuten haben die Tanz-Minis des Hauses für ihr Schusterlied – und Riesenapplaus. Zehn Minuten bekommt die Olsenbande von der Landesbühne Eisleben.

So geht es weiter, teilweise im Minutentakt, mit Comedian Thomas „Tutty“ Tran aus Berlin, mit Tanz von Profis des Theaters Koblenz und weiteren Staßfurter Eleven, mit Magdeburger Modenschau und als Krönung die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie. Sie erobert die Klassik-Herzen mit ihrem neuen Dirigenten Jens Michael Horstmann. Der lässt übrigens offen, ob beim Neujahrsempfang der Lieblingsmarsch der Staßfurter erklingen wird. Vier Mal jedenfalls darf man die MKP während der anstehenden Spielsaison in der Salzstadt erleben.

Das kleine Feuerwerk einer großartigen Saison 2019/20 mit immerhin aktuell 61 im Plan ausgewiesenen Veranstaltungen moderierte die stellvertretende Vorsitzende des Theaterfördervereins Dörte Stein. Seit zwölf Jahren trägt der Verein die Staßfurter Kulturstätte. Auch dank des Publikums sei man immer ein Stück vorangekommen.

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Stephan Czuratis spricht von etwa 18.000 Besuchern in der vergangenen Saison. Drei, vier Jahre zuvor seien es etwa 5000 weniger gewesen.

Gelegenheit genutzt

Die Chefin des Trägervereins, Bianca Görke, lässt nach ihrem Dank für den Theaterleiter und sein Team – „für viel Mut und Fleiß bei der Erstellung des Spielplans“ – noch wissen, dass der Verein mit Stadt und Landkreis „in guten Verhandlungen steht, damit das Theater in noch sichereres Fahrwasser kommt“. Sie nutzt zudem noch die Gelegenheit und wirbt für den „Staßfurter Kulturkalender“, damit man keinen Termin im Salzlandtheater verpasst. Er ist für neun Euro zu haben, Fördervereinsmitglieder zahlen sieben.

Die ersten Veranstaltungen sind bereits ausgebucht (Neujahrskonzert, Tatjana Meissner oder Veronika Fischer).

Theatergänger Dieter Giesemann ist „absolut begeistert von der Vielfalt, die in diesem Haus geboten wird und, dass der Nachwuchs der Region hier eine Bühne findet“. Der Musiklehrer ist überzeugt, dass auch in der Saison 2019/20 für jeden Geschmack etwas dabei sein wird. Seiner werde immer wieder mit der Kammerphilharmonie getroffen, verrät Giesemann, so dass schon der 3. Oktober gebont ist. Frau Giesemann will dagegen unbedingt das Beethoven-Ballett (5. Juni)nicht verpassen.

„Eine gute Mischung“ erwartet auch Claudia Lüers nach Sichtung des neuen Spielplans. Für zwei hat die junge Frau bereits gebucht – FiJazzKo im Tillysaal (22./23.11.) und Hugo Egon Balder (28.11.). Nach den Kostproben am Freitagabend, die übrigens inklusive noch mit einem Buffet vom Team des Theatercafés kulinarisch erweitert wurden, überlegen sie und ihre Freundinnen Netty Schellmann und Diana Manzoni nun ebenfalls, sich von der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie ins Schloss von Versailles (3.10.) entführen zu lassen.