Staßfurt l Die Sache führt zum harten Wortgefecht im Stadtrat: Der neue Parkplatz auf der Wiese vor dem Staßfurter Tiergarten sorge für viel Kritik von den Bürgern. Das berichten Stadträte mehrerer Fraktionen unisono. Die Kritik der Bürger nahmen die Kommunalpolitiker beim Stadtrat am Donnerstag auf. Klaus Stops (CDU) forderte, die Wiese nicht zum „grauen Platz“ verkommen zu lassen. Klaus Magenheimer (Die Linke) sprach sich für eine andere Lösung aus. Sowohl Hartmut Wiest (UWG Salzland/AfD) als auch Hans-Jürgen Lärz (CDU) schimpften, dass die Stadt bei Rasenflächen mit zweierlei Maß messe. Das Parken am Tiergarten lasse sie zu, anderswo reagiere sie mit Verboten.

Unverständnis bei Wagner

Oberbürgermeister Sven Wagner (SPD) reagierte mit Unverständnis auf die Debatte. Er sei froh darüber, dass „Parkplätze mit wenig Aufwand für die Stoßzeiten im Tiergarten“, der zum Glück gut besucht werde, eingerichtet werden konnten. Für alternative Parkplätze weiter weg, zum Beispiel Benneckscher Hof, seien die Menschen zu bequem. Außerdem werde die Wiese nur bei Bedarf genutzt. „Aber wenn der Parkplatz nicht gewünscht ist, rede ich gern mit Herrn Labudde, ob wir ihn wieder wegnehmen“, so Wagner über eventuelle Lösungen, die mit dem Geschäftsführer des Tiergartens möglich wären.

Die Idee des Oberbürgermeisters, spontan im Stadtrat abzustimmen, wer für und wer gegen den Parkplatz ist, lehnten Stadtratsvorsitzender Peter Rotter (CDU) und mehrere Kollegen aber ab: „Es sind die Bürger, die sich beklagen und nicht der Stadtrat. Das Stimmungsbild aus dem Stadtrat spielt dabei keine Rolle“, machte Sabine Kost (CDU) deutlich.

Stefan Labudde, Geschäftsführer des Tiergartens, hatte die Wiese im Einvernehmen mit der Stadt Staßfurt zum Parkplatz umfunktioniert. Der Stadtrat musste nicht in die Entscheidung einbezogen werden, denn die Verwaltung ist berechtigt solche Entscheidung allein zu treffen, vor allem wenn sie nicht mit Geldern aus der Stadtkasse finanziert werden.

Tiergarten-Leitung enttäuscht

Lebenshilfe-Geschäftsführer Stefan Labudde kann die Negativ-Reaktionen zum Parkplatz nicht verstehen. „Wir kriegen nur positives Feedback und unsere Besucher freuen sich über die Lösung.“ Parkplätze am Tiergarten seien jahrelang dringend notwendig gewesen, jetzt habe man endlich einen ersten Schritt gemacht. Zum weiteren Verfahren mit der Wiese warte er eventuelle Gespräche mit der Stadt ab.