Staßfurt l Limahl mit den wilden Haaren sang schon 1984: „Never ending Story“, also: Eine unendliche Geschichte. Wer sich die Tage mit dem provisorischen Parkplatz auf der Wiese vor dem Tiergarten Staßfurt beschäftigt, dem könnte dieses Lied in den Sinn kommen.

Auf der Tagesordnung beim Ausschuss für Bau, Sanierung, Wirtschaft, Verkehr, Umwelt und Vergaben stand eine Beratung zu den Grünflächen vor dem Tiergarten. Bereits im Stadtrat im September wurde darüber debattiert. Davor auch schon im Mai.

Hintergrund: Im April hatte die Stadt Staßfurt die Wiese direkt vor dem Tiergarten für den Sommer freigegeben zum Parken und eine Vereinbarung mit der Lebenshilfe getroffen, die den Tiergarten betreibt. So sollte dem Parkplatzproblem entgegengewirkt werden. Darauf gab es Kritik von Bürgern und Stadträten, die um die Wiese fürchteten. Nun sollte sich der Ausschuss positionieren.

„In Hochzeiten sind es 30 bis 40 Fahrzeuge, die dort stehen“, erklärte Oberbürgermeister Sven Wagner (SPD). Vom Lebenshilfe-Geschäftsführer Stefan Labudde habe es ausschließlich positive Signale gegeben. „Meine Meinung ist, dass wir den Parkplatz weiter benutzen von April bis August. Das ist eine gute Alternative und ich sehe nicht, dass der Bereich zerfahren wird.“

Hintereingang benutzen?

Hans-Jürgen Lärz (CDU) fragte, ob man den Hintereingang neben dem Salzland Center aufmachen könne, um die Besucher zu verteilen. „Wichtig ist, dass die aktuelle Lösung nicht von Dauer ist. Das Grün wird zerstört“, sagte er.

Allgemein stimmten die Politiker zähneknirschend zu. Weil es eben an Alternativen mangelt. „Ich halte es für den richtigen Schritt“, sagte Matthias Büttner (AfD). „Ein Parkplatz gehört dazu. Und die Leute wollen leider nicht mehr weit laufen. Vielleicht wäre aber ein Beschluss im Stadtrat besser gewesen.“ So wurden die Politiker nicht dazu befragt, ob sie dem Wiesenparkplatz zustimmen würden.

„Temporär ist das eine vertretbare Lösung“, meinte Margit Kietz (Linke). „Es ist allerdings keine sonderlich ästhetische Lösung. Aber man sagt ja: Kurze Beine, kurze Wege. Eltern mit Kindern wollen nicht so weit laufen. Die bleiben als Gäste vielleicht ganz weg, wenn sie weit laufen müssen. Vielleicht kann man die Fläche verschönern, wenn die Finanzlage besser ist.“

Ulrich Leubeling (Grüne) wünscht sich eine vernünftige Begrünung und regt an, dass perspektivisch der Platz vielleicht beschottert wird.

„Es sind immer Autos da, ein Parkplatz wird benötigt“, sagte Siegfried Klein (CDU). Aber auch er regt eine kleinere Umgestaltung des Bereiches an. „Vielleicht kann man Hecken oder Sträucher aufstellen, damit der Parkplatz schöner und grüner wird.“ Klar ist: Generell in Frage stellen die Politiker den Wiesenparkplatz nicht.