Hecklingen l Für die einen liegt das Backen wieder voll im Trend, andere möchten gern, haben aber vielleicht noch nicht den Dreh raus, wie der Kuchen auch wirklich gelingt. Auch hier gilt: Die Übung macht‘s. Und wer könnte besser helfen, als Frauen, die seit Jahrzehnten regelmäßig Öfen anheizen. Großmütter kennen Tricks und Kniffe, die jemand, der noch nicht so oft an der Rührschüssel stand, gar nicht drauf haben kann.

In Hecklingen haben Backprofis vom Löderburger Heimatverein jüngeren Frauen in dieser Woche während eines Workshops ihre liebsten Rezepte verraten und zusammen ausprobiert.

Gute Rezepte fürs Backbuch

Und während auf zwei Etagen in zwei Küchen in den Räumen des Therapiezentrums der Lebenshilfe Hochbetrieb herrschte, fand der ein oder andere Teilnehmer etwas Zeit, über dies und das zu plaudern. Wird die Vorsitzende des Löderburger Heimatvereins Helga Dornemann gefragt, welche Kuchen sie am liebsten backt, kann sie sich so genau gar nicht festlegen. Bienenstich sei lecker, aber auch Kirschkuchen oder Stachelbeerkuchen. Das seien auch die typischen alten Rezepte, die über Generationen weiter gegeben wurden. „Die wurden schon vor 100 Jahren gebacken“, schmunzelt die nette Frau. Sie lacht und erzählt, dass sie aber auch neue Ideen gern ausprobiert. Und sie muss zugeben, dass manche Kuchen auch nichts werden. Diese Rezepte verwerfe sie dann. Die, die gut sind, kommen in ein Backbuch. Handschriftlich notiere sie sich die Zutaten.

Das große rote Buch mit der Aufschrift „Meine Rezeptesammlung“, hatte Helga Dornemann mitgebracht.

Außerdem erfuhren die jungen Teilnehmer, dass Natron in Kombination mit Buttermilch oder saurer Sahne wie Backpulver wirkt oder Eischnee nicht zusammenfällt, wenn man beim Schlagen eine Messerspitze Backpulver dazu tut.

Wie Eischnee auf dem Blech nicht einfällt

Und was ist das Schöne am backen? „Es macht einfach Spaß“, sagt Rita Köthe. Eine jüngere Frau muss dazu nicht lange überlegen. „Das Naschen“, kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen und die anderen in der Runde prusten los. Die Backomis vom Löderburger Heimatverein sind jedenfalls begeistert, ihr Wissen, weiter zu reichen.

Die vielen Kuchen des Workshops wurden übrigens gestern auf einem Sommerfest der Lebenshilfe-Wohnstätte am Wachtberg verputzt. Denn der Workshop war ein Projekt der Einrichtung, in der Menschen mit einer seelischen Beeinträchtigung leben. „Die Verbindung der Generationen ist uns wichtig und ist Bestandteil unserer Arbeit“, erklärt Wohnstätten-Leiter René Wullstein. Daher pflege die Wohnstätte schon seit Jahren eine enge Freundschaft zum Löderburger Verein, aber auch zu den Senioren vom Sozialverband.

Zurück zu den Kuchen. Auch das Dorffest in Löderburg versorgte der Heimatverein mit 27 verschiedenen Sorten. In der kommenden Woche, wenn Triathleten am Löderburger See starten, sind weitere 22 Kuchen geplant. „Jeder von uns hat seine speziellen Rezepte. Das Zusammenspiel klappt“, freut sich Helga Dornemann.