Staßfurt l Die neuen Gebührensatzungen betreffen das Trinkwasser in den 22 Gemeinden des Altkreises Staßfurt und das Abwasser im Gebiet I.Danach wird sich die Grundgebühr für das Trinkwasser ab dem 1. Januar 2018 für die nächsten drei Jahren von derzeit 7,70 Euro auf 11 Euro je Wasserzähler und Monat erhöhen. Im gleichen Zug wird die Mengengebühr von zurzeit 1,34 Euro auf 1,09 Euro je Kubikmeter gesenkt. Das hatten die Vertreter der Mitgliedsgemeinden in der Verbandsversammlung mit 40 Ja-Stimmen und zwölf Gegenstimmen am späten Dienstagnachmittag beschlossen.

Kostendeckung

Damit erhöht sich der Kostendeckungsgrad der Fixkosten von 50 auf 71,20 Prozent und die durchschnittliche Belastung eines Drei-Personen-Haushaltes mit einem jährlichen Verbrauch von 99 Kubikmeter Trinkwasser von 225,06 auf 239,91 Euro. Das entspricht einem Anstieg von 6,6 Prozent.

Für diese vom WAZV-Geschäftsführer Andreas Beyer ins Spiel gebrachte Variante hatten sich im Vorfeld die Stadträte von Staßfurt und Hecklingen entschieden. Rechtlich wäre es sogar möglich gewesen eine Grundgebühr von monatlich 15,25 Euro zu erheben. Dann hätte die Mengengebühr auf 67 Cent je Kubikmeter reduziert werden können.

Der Verbandsgemeinderat der Egelner Mulde hatte das Beyer-Modell jedoch als sozial ungerecht abgelehnt. Denn nach den Berechnungen des SPD-Fraktionschefs Manfred Püchel bezahlt eine in einem Haus allein lebende Person bei einem angenommenen jährlichen Wasserverbrauch von 33 Kubikmeter unter Einberechnung der Grundgebühr 5,09 Euro, also 90 Cent pro Kubikmeter mehr, während ein Drei-Personen-Haushalt dann 2,42 Euro und damit nur 15 Cent mehr ausgeben muss. Daraufhin hatte CDU-Ortschef Christian Boos angemerkt: „Die Privaten subventionieren die Landwirtschaft und die Industrie. “

Grundgebühr

Deshalb plädierte der Verbandsgemeinderat dafür, die Mengengebühr bei 1,34 Euro zu belassen und nur die Grundgebühr auf 8,80 oder 9 Euro je Wasserzähler anzupassen.

WAZV-Geschäftsführer Andreas Beyer sicherte dem Hecklinger Stadtrat und dem Verbandsgemeinderat Gesprächsbereitschaft zu. „Wenn die Verbrauchszahlen für 2017 vorliegen, werde ich entsprechende Berechnungen vornehmen wie sich eine Umstellung der Grundgebühr pro Person oder Wohneinheit in der Praxis auswirken würden“, versprach Beyer.

Die Preiserhöhung beim Trinkwasser hatte er in erster Linie mit der von der Trinkwasserversorgung Magdeburg (TWM) GmbH angekündigten Anhebung des Einkaufspreises um 14,3 Prozent in Folge der allgemeinen Kostensteigerungen begründet. Das könne man trotz erzielter Einsparungen von fast 300.000 Euro nicht kompensieren.

Abstimmung

Mit 40-Ja-Stimmen und zwölf Enthaltungen wurden in dieser Sitzung auch die neuen Gebührensatzungen für die zentrale und dezentrale Abwasserbeseitigung im Gebiet I beschlossen. Dort wird in den nächsten drei Jahren die Mengengebühr für das Schmutzwasser bei gleichbleibender Grundgebühr von derzeit 1,55 auf 1,35 Euro je Kubikmeter Frischwasser sinken. Das ist die fünfte Reduzierung der Mengengebühr seit 1998 in Folge.

Damit sind die Belastungen in diesem Bereich im Vergleich zu anderen Verbänden im Umfeld sowie zum Abrechnungsgebiet II (Bodeniederung) beispielhaft niedrig.