Warmsdorf l Karpfen mögen warmes Wasser um die 24 Grad Celsius. Wenn allerdings der Sauerstoff knapper wird, schnappen auch diese Friedfische nach Luft. So erklären sich vermutlich die „Freudensprünge“ der Fische im Warmsdorfer Angelteich, als die am Dienstagmorgen die ersten Liter Frischwasser aus der Wipper zu spüren bekamen. Auch Dank Diana Alsleben – die das kleine Spektakel mit den Schuppentieren bemerkenswert fand – und ihrer Kameraden von der Freiwilligen Feuerwehr Güsten.

Fische verüben "Freudensprünge"

Was seit Wochen und bis vergangenes Wochenende noch undenkbar war, ist nun offiziell seitens der unteren Wasser- und Naturschutzbehörden vom Salzlandkreis genehmigt worden. Sowohl die Flussbereichsleitung Sangerhausen als auch der Chef des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft hatten zuvor auf die Gesetzeslage verwiesen, wonach es bei Strafe verboten sei, der Wipper Wasser zu entnehmen. Der Landkreis hatte auf Grund der anhaltenden Trockenheit am 17. Juli sogar ein generelles Entnahmeverbot für Oberflächenwasser aus allen Flüssen, Gräben und Teichen verhängt.

Seit Dienstagmorgen nun sprudelt Wasser aus zwei Schläuchen in den Warmsdorfer Angelteich. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Güsten haben zwei Schlauchstrecken über jeweils 600 Meter gelegt. Von 8 bis 18 Uhr dürfen sie mit Hilfe des Pump- aggregats eines ihrer Löschfahrzeuge Wasser aus der Wipper entnehmen. Die Entnahmestelle ist natürlich mit Saugkorb versehen, damit auch kein Fisch aus dem streng geschützten Flüsschen durch die Schläuche gezogen wird.

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Mit der Sondergenehmigung verbunden, ist auch die maximale Menge, die entnommen werden darf: 1920 Kubikmeter bis Freitag. Das sind fast zwei Millionen Liter.

Pegel hatte einen Meter eingebüßt

Die Einheimischen, die dieser Tage ihr Dörfchen und ihre Vorgärten mit großem Einsatz putzen für die 1000-Jahr-Feier am Wochenende, sind erstmal froh, dass der Angelteich an der Hauptverkehrssstraße nun zusehends wieder an Wasser gewinnt. Der Pegel hatte während der anhaltenden Trockenheit etwa einen Meter eingebüßt. „Wir haben hier Karpfen, Schlei, Rotfeder, Plötze, Barsch und Aal vertreten“, zählt Petrijünger Dieter Szymanski auf, welche Arten hier zu Hause sind. Die Wasserzufuhr helfe auf jeden Fall erstmal, dass die Fische wieder „durchatmen“ können. Es sei höchste Eisenbahn gewesen, dass endlich reagiert wurde.

Noch nicht ganz so zufrieden ist derweil Anlieger Manfred Mayer, denn die Übergänge zwischen einem weiteren benachbarten Teich und dem Grabensystem im Park sind dicht gemacht worden. Der Hauptteich hat Priorität.

Vielleicht bleiben ja noch ein paar Liter übrig von dem Rettungseinsatz. Oder es behebt der nächste Regen bald überall die angespannte Situation. Es muss ja nicht unbedingt genau an diesem Festwochenende sein...