Güsten l Gerhard Malkowski (CDU) überbrachte die schlechte Nachricht für Güsten am Montagabend im Stadtrat: Der Fördermittelantrag für das Mehrzweckgebäude am Güstener Kiesschacht wurde jetzt abgelehnt. „Wir haben die Bedingungen nicht erfüllt“, erklärte er bei der Sitzung als Stellvertreter des Bürgermeisters Helmut Zander. Dennoch will es die Verwaltung nochmal versuchen und im kommenden Jahr einen weiteren Fördermittelantrag stellen, um die Maßnahme ab 2019 ins Visier zu nehmen.

Die Verwaltung hatten einen Fördermittelantrag für das Bundesprogramm „Investitionspaket Soziale Integration im Quartier 2017“ eingereicht: Mit 360.000 Euro - die Stadt hätte nur 40.000 Euro beisteuern müssen - hätte der Ausbau gefördert werden können, inklusive Anbau für das Mehrzweckgebäude, Abriss der alten Baracke, Befestigung der Zufahrt, Rundweg um den See, große Funktionsfläche, Kleinsportfeld sowie Möglichkeiten für Seniorensport gebaut werden. In der Kommunalpolitik sprach man schon von einem „Bewegungspark“ für alle Generationen. Über ein anderes Fördermittelprogramm wollte man sogar den Bau eines Multifunktionsraums für Versammlungen anschließen.

Die schlechte Nachricht führte zu langen Gesichtern bei den Stadträten. Hinzukam, dass Gerhard Malkowski eine weitere schlechte Nachricht für alle Stadträte wiederholte, die es noch nicht wissen: Auch eine Absage für Fördermittel zum Ausbau der Wipperbrücke in Osmarsleben war im September ins Rathaus geflatterte. Hier waren im ganzen Land Sachsen-Anhalt einfach zu viele Bewerbungen eingereicht worden, sodass das Geld nicht für alle reichte. Auch bei der Brücke ist die Stadt Güsten auf Fördermittel angewiesen, die etwa die Hälfte von insgesamt 433.000 Euro Baukosten hätten ausmachen können. Die Stadt will es auch hier 2018 noch einmal versuchen und hat für das Jahr die Eigenmittel im Haushalt eingestellt.

Stadtrat Michael Dobritz (SPD/BfB) und Vorsitzender des Bauausschusses sah aufgrund dieser Absagen schwarz: Es seien nun viele Maßnahmen weggefallen, die man sich für Güsten gewünscht habe. „Die Brücke in Osmarsleben wollen wir seit drei Jahren machen und in allen drei Jahren schon wurden unsere Anträge abgelehnt“, sagte er resigniert.

Ratswiesen erst 2019

In diesem Zusammenhang sah er auch die Reparatur des Regenwasserkanals am Bauhof, die noch nicht durchgeführt konnte, als negatives Zeichen. Ebenso die Verschiebung des Straßenausbaus in den Ratswiesen in Güsten. „Es sollte eigentlich dieses Jahr schon die zweite Einwohnerversammlung dazu stattfinden, aber beim aktuellen Stand brauchen wir sie wohl erst 2018 durchzuführen“, so Michael Dobritz.

Für den Ausbau der Ratswiesen wurde jetzt ein Planer beauftragt, der die Entwürfe anfertigt, ist aus dem Bauamt zu erfahren. Die Versammlung für die Einwohner soll es dann geben. Der Ausbau der Ratswiesen verschiebt sich nun auf 2019, weil die Warmsdorfer Fußgängerbrücke abgerissen werden musste.

Denn dort musste die Stadt sofort eingreifen: Menschen ignorierten die Absperrungen immer wieder oder rissen sie herunter - Gefahr für Leib und Leben. Da blieb der Stadt nur der Komplettabriss der Brücke. Aus diesem Grund muss eine Ersatzbrücke jetzt so schnell wie möglich installiert werden - und die Maßnahme an den Ratswiesen verschiebt sich um ein Jahr.

Gerhard Malkowski mahnte im Stadtrat dennoch zum „positiven denken“: „Das ist jetzt kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken, sondern im Gegenteil, dranzubleiben und es weiter zu versuchen.“

Brücke im April 2018

Denn es gibt in Sachen Baumaßnahmen auch positive Nachrichten: Bei der Fußgängerbrücke zwischen Warmsdorf und Amesdorf, die die Stadt Güsten einfach selbst zahlt und nicht Dritte angewiesen ist, kommt man voran. Es gibt bereits ein Modell einer neuen Brücke, die aufgesetzt werden soll. Gerhard Malkowski kann von Planungsfortschritten berichten: Ein Experte wurde beauftragt, den Plan bis 30. November zu erstellen. Im Frühjahr sollen Ausschreibungen zur Installation der Brücke erfolgen, Bauzeit soll Anfang bis Ende April 2018 sein.

Auch für den Sportplatz in Warmsdorf bleibt Hoffnung: Hier hat man über andere Programme Fördermittel für ein neues Gebäude für die Sportler beantragt, ein positiver Bescheid dazu könnte noch kommen.