Unseburg l Die Staatsanwaltschaft hatte im Sommer 2019, als bekannt wurde, dass in der Kamplake eine Vielzahl von verendeten Fischen gefunden wurden, ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen des Verdachtes der Gewässerverunreinigung eingeleitet. Es wurde unter dem Aktenzeichen 182 UJS 43657/19 geführt und nun eingestellt.

„Die Ergebnisse des Landeskriminalamtes hinsichtlich der Untersuchung der gezogenen Wasserproben haben kein eindeutiges Ergebnis gebracht“, teilte Staatsanwältin Petra Hagemann dem Bürgermeister der Gemeinde Bördeaue, Peter Fries (CDU), mit.

Anhaltspunkte fehlen

Es habe sich herausgestellt, dass leicht erhöhte Chloridgehalte sowie bei einem Beweismittel erhöhte Ammonium- und Phosphatgehalte festzustellen gewesen seien. Anhand des analysierten chemischen Sauerstoffbedarfes sei bei zwei verwahrten Proben eine leichte Erhöhung gegeben. „Dies könnte im Zusammenspiel mit den erhöhten Chlorid-, Phosphat- und Ammoniumwerten ein Fischsterben bedingt haben. Die Werte Phosphat, Ammonium und Chlorid weisen auf Düngemittel hin. Jedoch genügte keine der festgestellten Konzentrationen, um ein erhebliches Fischsterben zu verursachen“, so Staatsanwältin Hagemann. Zureichende tatsächliche Anhaltspunkte für eine direkte Einleitung lägen der Staatsanwaltschaft Magdeburg nicht vor.

Hagemann: „Nach Auffassung des Gutachters muss berücksichtigt werden, dass insbesondere die sauerstoffverbrauchenden Zersetzungsvorgänge im Gewässer bei erhöhten Temperaturen und schlechter Durchlüftung zu einem stark sinkenden Sauerstoffgehalt führen können.“

Damit entbehren die Gerüchte, die es nach diesem Vorfall auf Facebook gegeben hatte, wonach Einleitungen der Landwirte das Fischsterben verursacht hätten, jeglicher Grundlage, stellte der Bürgermeister klar. Er hatte sich damals gegen Vorverurteilungen gewehrt und angekündigt, diese Geschichte ohne Ansehen von Personen zu 100 Prozent aufklären zu lassen.

Bis zu drei Tonnen toter Fisch

In der Kamplake, einem Angelgewässer des Fördervereins Unseburg, das dieser an den Sportfischerverein „Am Bodestrand“ 1922 Unseburg verpachtet hat, waren Anfang September 2019 zahlreiche tote Fische festgestellt worden. Gewässerwart Eckard Reinhardt aus Eggersdorf schätzte, dass rund zwei bis drei Tonnen Fische davon betroffen gewesen seien. Er hatte in einem großen Sack zahlreiche verendete Exemplare gesammelt. Seinen Worten zufolge befinden sich in diesem rund 13 Hektar großen Gewässer solche bekannten Fischarten wie Hecht, Zander, Barsch, Aal, Karpfen, Schleie, Brassen, Plötze, Rotfedern und Stör.

Die Angler hatten wegen diesem Vorfall das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Egelner Mulde informiert. Eine Mitarbeiterin war wenig später ebenso vor Ort wie Beamte der Wasserschutzpolizei aus Magdeburg. Letztere fuhren mit einem Boot auf den See raus, suchten ihn nach Einleitungen ab, nahmen im Uferbereich Wasserproben und protokollierten den vorgefundenen Sachverhalt. Die toten Fische waren von den Angelfreunden noch am gleichen Wochenende entsorgt worden.