Westeregeln l Nach dem Fund gefährlicher Chlorverbindungen in der Ehle bei Egeln hat die Verbandsgemeinde angekündigte Sofortmaßnahmen umgesetzt. Ziel sollte es sein, die Belastung der Anwohner durch geeignete Maßnahmen zu verringern, denn die Bürger sind derzeit besonders sensibel und auch verunsichert.

So befürchtet Peter Klamser aus Egeln, dass noch nicht alle Rückstände von damals beseitigt sind. Außerdem beklagt er eine weitere "Umweltsauerei". Diesmal direkt am versiegelten Gelände der ehemaligen Deutschen Solvey-Werke. Hier stehen alte verfallene Gebäude und das Areal ist für jeden frei zugänglich. Kein Warnschild, keine Absperrung, kein Tor verhindern den Zutritt.

In den baufälligen Ruinen auf dem Grundstück liegen etliche verrostete Fässer, die unbekannte Chemikalien enthalten. Es riecht nach Öl und die Atemwege werden gereizt. Der Hallenboden ist mit einer schmierigen schwarzen Schicht überzogen. Durch die zerstörten Hallendächer kann ungehindert Regenwasser eindringen. Türen, Tore und Fenster sind geöffnet.

Allein dadurch stellen die Anlagen, neben der Umweltgefährdung, auch eine Bedrohung für "abenteuerlustige" Kinder dar. Dies hat auch die Gemeinde erkannt und reagiert. Michael Stöhr, Bürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft, teilte am Mittwochmorgen mit: "Die Verunsicherung ist derzeit groß. Wir haben die Eigentümerin durch den Landkreis aufgefordert, die Fässer innerhalb von 14 Tagen beseitigen zu lassen. Sollte dies nicht geschehen, wird der Landkreis dies am 16. Februar tun."

In einer Sache kann Stöhr die Bevölkerung aber beruhigen: mit den Altlasten des ehemaligen Alkaliwerks in Westeregeln haben die verrotteten Fässer nichts zu tun.