Schönebeck/Staßfurt l Eine verzögerte Reaktionsgeschwindigkeit, das Koordinationsvermögen lässt nach, die Sicht verschwimmt, die Risikobereitschaft steigt – der Konsum von Alkohol hat gravierende Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit. Obwohl das allgemein bekannt ist, treffen Polizisten immer wieder auf Fahrer, die Alkohol getrunken oder gar illegale Drogen konsumiert haben.

„Der Umgang mit legalen als auch illegalen Betäubungsmitteln hat sich scheinbar in der Gesellschaft etabliert“, sagt Marco Kopitz, Sprecher des Polizeireviers Salzlandkreis. Wie der Polizeisprecher weiter mitteilt, kam es 2019 im Salzlandkreis zu 109 Trunkenheitsfahrten mit Verkehrsunfall – das sind 15 mehr, als noch 2018. Zudem wurden im vergangenen Jahr noch 164 „folgenlose Trunkenheitsfahrten“ registriert. 2018 waren es 172.

Viele Fahrer unter Alkohol

Der Oberbegriff „Trunkenheitsfahrten“ schließt übrigens auch illegale Drogen, Medikamente und andere Aspekte mit ein, die die Fahrtüchtigkeit beeinflussen. Am weitesten verbreitet ist jedoch das legale Rauschmittel Alkohol. Bei 89 der 109 registrierten Unfälle hatten die Fahrer getrunken. Bei zwei der 109 Unfälle haben die Polizisten den Konsum illegaler Drogen nachgewiesen. Laut Marco Kopitz sind Cannabisprodukte unter den illegalen Betäubungsmitteln am weitesten verbreitet, dicht gefolgt von synthetischen Drogen wie Amphetamin und Methamphetamin.

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Unter den erfassten Trunkenheitsfahrten, die nicht mit einem Unfall endeten, waren 64 Fahrer, die illegale Rauschmittel konsumiert hatten, 40 hatten Alkohol getrunken.

Polizei betreibt Aufklärung

Um auf die Auswirkungen von Drogen und Alkohol auf den Körper aufmerksam zu machen, betreibt die Polizei Aufklärung. „Im Rahmen von Präventionsveranstaltungen mit Unterstützung der Polizei wird an Schulen über das Thema berichtet und Aufklärung betrieben. Verkehrspräventionstage und Veranstaltungen werden zum Beispiel durch den Einsatz von Rauschbrillen (Präventionstechnik) genutzt, um auf das Phänomen hinzuweisen“, so Marco Kopitz.

Alkoholisierte oder unter Drogeneinfluss stehende Fahrer sind für andere Verkehrsteilnehmer und für sich selbst eine große Gefahr. Aus diesem Grund sieht der Gesetzgeber auch empfindliche Strafen vor.

Strafen für Alkohol- und Drogenfahrten

Wer erstmals gegen die 0,5 Promille-Grenze oder das Drogengesetz verstößt, wird mit einem Monat Fahrverbot und einem Bußgeld von 500 Euro belegt. Außerdem erhält der Fahrer zwei Punkte im Zentralregister in Flensburg. Beim zweiten Verstoß werden 1000 Euro fällig und das Fahrverbot beträgt drei Monate. Der dritte Verstoß kostet den Fahrer 1500 Euro.

Ab einem Wert von 1,1 Promille spricht man übrigens von der absoluten Fahruntüchtigkeit. Dann kann eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr ausgesprochen werden. Liegt ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr vor, so sind sogar Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren möglich – auch bei weniger als 1,1 Promille.

Auch Medikamente beeinflussen Fahrt

Darüber hinaus kann die Fahrtüchtigkeit auch ohne Alkohol oder illegale Drogen negativ beeinflusst werden. Durch Medikamente zum Beispiel. Der Polizeisprecher betont: „Von den Auswirkungen beziehungsweise den dadurch entstehenden Einschränkungen sind Medikamente den legalen oder illegalen Drogen gleichzusetzen.“ Das sollten Autofahrer im Hinterkopf behalten.