Borne l „Die Ermittlungen der Polizei zu diesem Fall sind seit dem 22. November des vergangenen Jahres abgeschlossen“, sagte der Pressesprecher des Polizeireviers in Bernburg Marco Kopitz und fügte hinzu: „Dabei hat sich herausgestellt, dass es sich um einen Unfall handelte.“ Der 29-jährige Rumäne war an diesem Tag im Windpark Borne mit Arbeiten im Inneren eines Windrades beschäftigt gewesen.

Mittags habe es am Fahrstuhl im Inneren des Windturms einen Stromausfall gegeben, sagte Kopitz. „Daraufhin hatte sich der Arbeiter runtergebeugt, um den Notschalter zu betätigen. Dabei ist er aus dem Korb gefallen“, so der Pressesprecher. Der 29-Jährige hatte offenbar das Gleichgewicht verloren und stürzte rund 40 bis 50 Meter in die Tiefe. Der hinzugezogene Notarzt hatte wenig später nur noch den Tod des Mannes feststellen können.

Keine Fremdeinwirkung

Die Frage, warum die vorgeschriebenen Sicherungssysteme in diesem Fall den Absturz nicht verhindert haben, konnte Kopitz nicht beantworten. Nach der Rekonstruktion des Hergangs in Zusammenarbeit mit dem zum Landesamt für Verbraucherschutz gehörenden Dezernat Gewerbeaufsicht West in Halberstadt stehe aber zweifelsfrei fest, dass eine Fremdeinwirkung durch eine andere Person ausgeschlossen werde könne, sagte der Polizeisprecher.

Wieso es zu diesem tragischen Unglück kommen konnte und warum der Mann nicht ordnungsgemäß gesichert war, versucht das Gewerbeaufsichtsamt zu ergründen. Von dort waren gestern noch keine Informationen zu bekommen. Dessen Leiterin Christine Schimrosczyk sicherte im Volksstimme-Gespräch aber zu, dass sie sich nach einer entsprechenden Recherche zu Wort melden werde.

Die Meldung über den Tod des Rumänen sorgte im Oktober nicht nur in der Verbandsgemeinde Egelner Mulde für Bestürzung. Schockiert reagierte auch der Windpark-Investor, die Firma MDP aus Oldenburg. „Die Nachricht über einen tragischen Arbeitsunfall in unserem Windpark in Borne löst bei uns allen Trauer, Fassungslosigkeit und Entsetzen aus. Trotz extrem hoher Sicherheitsvorkehrungen auf den Baustellen zur Errichtung von Windenergieanlagen kam es aus bislang noch ungeklärter Ursache zu einer Tragödie, die uns als Bauherrn tief ins Mark traf. Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei den Angehörigen, den Freunden und Kollegen des Opfers“, so die Geschäftsleitung.

„Das ist extrem tragisch. So etwas hatten wir noch nie erlebt. Wir waren alle fassungslos“, sagte MDP-Geschäftsführer Hans Helmut Kutzeer damals der Staßfurter Volksstimme.

Seinen Worten zufolge waren in diesem Windpark entlang der ehemaligen Bundesstraße 71 und der Landesstraße 69 zwei neue Windkraftanlagen aufgestellt und installiert worden. Danach erfolgte dort die Vorbereitung für ihre Inbetriebnahme. An diesem Standort befinden sich insgesamt 37 Bestandsanlagen. Einschließlich der beiden damals im Bau befindlichen Windräder sind es insgesamt 39 Anlagen.