Förderstedt l Um Mitternacht qualmte ein Wohnhaus in Fördert. Starker Rauch stieg aus dem Gebäude gegenüber der Schule, in der Alten Üllnitzer Straße Richtung Üllnitz, auf. Menschen, die zu dem Zeitpunkt mit dem Auto vorbeifuhren, riefen die Polizei.

Ihr Notruf ging um 23.56 Uhr ein. Die Feuerwehr Südliche Börde mit Sitz in Üllnitz rückte sofort aus. Es folgten die Feuerwehren aus Staßfurt und aus Brumby, sodass 45 Kameraden mit neun Fahrzeugen im Einsatz waren. Einsatzleiter war Olaf Simon von der Stadtwehrleitung Staßfurt.

Starker Rauch, überall Flammen

„Als wir ankamen war alles stark verraucht und leichte Flammen loderten nahezu im ganzen Haus“, so René Kraushaar, der mit der Feuerwehr Südliche Börde im Einsatz war. Der Brand habe seinen Ursprung in einem kleinen Anbau hinter dem Haus gehabt, der stand demnach in Vollbrand. Von dort aus muss das Feuer auf das Wohnhaus übergesprungen sein – so der Eindruck der Feuerwehrleute.

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„Als erstes begannen wir natürlich mit der Personensuche, denn es war unklar, ob noch jemand im Haus ist“, so Feuerwehrmann René Kraushaar. Allerdings stellten die Flammen im gesamten Haus die Feuerwehrleute vor eine große Herausforderung. Parallel zur Suche nach Personen, wurde gelöscht, auch mit Drehleiter am brennenden Dach.

Es loderte im Wohnzimmer, in der Küche, auf dem Dachboden und in weiteren Zimmern. Die Kameraden tasteten sich mit Atemschutzgeräten vor. Polizei und Rettungsdienst, der für die eventuelle medizinische Betreuung der Feuerwehrleute da war, waren ebenfalls im Einsatz.

Rechtsmedizin identifiziert Leiche

Laut Polizeisprecher Marco Kopitz soll die Leiche, die die Feuerwehrleute dann in der Küche des Hauses fanden, zum Teil verbrannt gewesen sein. „Es war noch erkennbar, dass es sich um eine männliche Person handelt“, so Polizeisprecher Marco Kopitz. „Wir vermuten zwar, dass es sich um den Eigentümer des Hauses handelt, allerdings muss das die Rechtsmedizin noch mit Sicherheit bestätigen.“

Falls es sich bei der Leiche wirklich um den Hausbewohner gehandelt hat, soll dieser laut Informationen aus dem Ort zwischen 50 und 60 Jahre alt gewesen sein und allein gelebt haben. Er soll Kinder und Enkelkinder hinterlassen und in Förderstedt vielen vor allem durch seine frühere Anstellung in einem Geschäft vom Sehen her bekannt gewesen sein.

Das Tragische an dem Szenario: Aus der Küche war für das Brandopfer der einzige Weg nach draußen der über den Anbau. Dieser stand aber lichterloh in Flammen. Somit war das Opfer wahrlich im eigenen Haus eingeschlossen und dem starken Rauch ausgesetzt.

Für die Förderstedter Kameraden ist der Umgang mit toten Personen leider gar nicht mehr so selten. „Durch unseren Einsatzbereich auf der Autobahn A14 haben wir schon einige solcher Ereignisse mit erleben müssen“, sagt Feuerwehrmann René Kraushaar. Ein Kamerad fügt hinzu, dass man in der Feuerwehrausbildung auf solche schwierigen Lagen vorbereitet werde.

Polizei ermittelt Ursacche

Warum es gebrannt hat, ist für die Polizei noch erwiesen. Ein technischer Defekt, der Heizofen, unglücklicher Umgang mit Feuer, aber auch ein absichtliches Brandlegen durch den Bewohner selbst oder Dritte kann nicht ausgeschlossen werden.

Nachdem die Einsatzkräfte den Toten geborgen hatten, gingen die Löscharbeiten noch lange weiter. Bis 5 Uhr waren die Kameraden beschäftigt. Sie schafften es, dass die Flammen nicht auf die Nachbarhäuser übergriffen.

Gegen 6 Uhr rückten einige Kameraden nochmal aus zum Brandort. Dabei mussten einige Glutnester, die sich regelmäßig nach Bränden neu bilden, gelöscht werden. Auch kurz nach 9 Uhr kontrollieren die Kameraden wieder das Haus. Die Polizei kam am nächsten Tag zur Spurensicherung ein zweites Mal nach Förderstedt.

Polizeisprecher Kopitz berichtet: „An dem Wohnhaus entstand hoher Sachschaden. Der genaue Wert muss durch einen Gutachter beziffert werden. Vor Ort wurde er vorerst auf etwa 100 000 Euro geschätzt.“